Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)
Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.
- 177 2. Bataillon (Major Wouvermanns) aus, ebenso das ganze Regiment bei der Wiedereroberung von Marchiennes. 1794 fochten die Grenadiere bei le Cäteau, Nouvion, Landrecies und Moescroen, an welcher Affaire auch das Regiment theilnahm; dieses sodann bei Courtray, Werwick, Linselles, Hooglede, Rousselaer, ferner in der Schlacht bei Fleurus; in dieser auch das Grenadier-Bataillon Briey, welches inzwischen auch bei Erquelinnes und Charleroi gekämpft, endlich noch in dem Gefechte bei Sprimont. 1795 das seit 1792 in Luxemburg gelegene 3. Bataillon die glänzende Vertheidigung dieser Festung durch FM. Bender mitgemacht, in Folge Capitulation in Kriegsgefangenschaft gerathen (bis zur Auswechslung in die Erblande gerückt). Das 1. Bataillon in dem Gefechte an der Pfrimm1), die Grenadiere in der Belagerung und dem Sturme auf Mannheim sich ausgezeichnet; Oberlieutenant Baron Collenbach erhielt hier den MTO. 1796 fochten die Grenadiere bei Wetzlar, dann im Vereine mit dem 1. Bataillon bei Kircheip, Friedberg, Sulzbach, Amberg und Würzburg (hier das 1. Bataillon nicht in das Feuer gekommen), dann im Corps Werneck an der Sieg. 1797 das 1. Bataillon in dem Gefechte bei Neuwied. 1799 in Tyrol stehend, zeichnete sich das 1. Bataillon4) unter Oberst la Marseille in dem Vorposten-Gefechte bei Schluders aus, dessgleichen die Grenadiere (Bataillon Wouvermanns) in den Gefechten hei Täufers und Sta. Maria; weiters Gefecht bei Lavin und kamen diese Abtheilungen dann nach Italien und zwar, das 1. Bataillon zur Blockade von Alessandria, die Grenadiere zur Haupt-Armee, in welcher sie mit besonderer Bravour in der Schlacht an der Trebbia kämpften; der Interims-Commandant des Grenadier- Bataillons, Hauptmann Ludwig 1’Olivier des Regiments* 2 3), erhielt aus diesem Anlasse den MTO. Später focht das 1. Bataillon bei S. Giuliano, Rivoli und wurde dann zu der Bildung des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 63 abgegeben; der Stab des Regiments gieng nach Deutschland ab, wo ein Bataillon in Ulm, das andere in Ingolstadt lag. Die in Italien zurückgebliebenen Grenadiere waren noch bei Savigliano, Dronero, der Einnahme von Mondovi im Feuer gestanden. Oberstlieutenant Wouvermanns wiederholt belobt. 1800 focht das nunmehrige erste Bataillon, sowie die Grenadiere, bei Engen, Möskirch, das ganze Regiment bei Biberach; die Grenadiere noch in dem Gefechte an der Iller, das 2. Bataillon in der Vertheidigung von Ulm. Später das Regiment bei Ampfing und in der Schlacht bei Hohenlinden, in welcher dessen Commandant Oberst Baron Spangen sich hervorthat; das Grenadier-Bataillon Wouvermanns, in der 3. Colonne versprengt, grosse Verluste erlitten. Czartoryski. 1805 mit drei Feld- und dem Grenadier-Bataillon nach Italien bestimmt (das 2. in Ofen verblieben), später in das Corps Jellacic eingetheilt, gerieth das Regiment durch die Capitulation von Memmingen in Kriegsgefangenschaft. Das 2., zur Donau - Armee gezogene Bataillon die Schlacht bei Austerlitz mitgemacht und zeichnete sich der Commandant desselben, Hauptmann Graf Orlandini, durch Tapferkeit und glänzende Führung aus. 1809 im 4. Corps (Rosenberg) eingetheilt, focht das Regiment bei Hausen, ein Bataillon bei Ober- Leuchhng und Eggmübl, hier mit bedeutendem Verluste. In der Schlacht bei Aspern wies es am 21. Mai wiederholte Angriffe der feindlichen Cavallerie mit Standhaftigkeit zurück, zeichnete sich am J) Das 2. Bataillon wegen Mangel an Ergänzungs-Mannschaft aufgelöst, das 3. wurde zweites. 2) Das 2. und 3. Bataillon in Böhmen neu formiert. 3) Major Wouvermanns war im Anfänge der Schlacht verwundet worden; siehe im Uebrigen II. Band: „Grenadiere”. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. I. Bd. 12