Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 1. (1898)

Die Fuss-Truppen - I. Infanterie - Die Infanterie-Regimenter Nr. 1-102.

— 176 — 1758 machte es die Belagerung von Pirna und Sonnenstein mit, wurde dann in die Haupt - Armee eingetheilt und mit dem Regimente vereinigt. Dieses focht nun hei Hochkirch, wo sich der tapfere Commandant, Oberst Baron Murray, der sich schon hei Breslau ausgezeichnet, den MTO. erwarb; Major d’Hauvetier für bewiesene Tapferkeit aussertourlich befördert. Später war das Regiment bei der Belagerung von Dresden, 1759 in der Schlacht bei Kunnersdorf, die Grenadiere in einem combinierten Bataillon unter Obristlieutenant Fürst Gavre des Regiments, sich in derselben ausgezeichnet. 1760 wurde das 2. Bataillon nach den Niederlanden rückgesendet und war das Regiment1) (Bataillon) bei der Erstürmung des feindlichen Lagers vor Landshut, der Belagerung von Glatz und in der Schlacht bei Liegnitz. 1761 nicht in das Gefecht gekommen, war dieses Bataillon 1762 in dem Gefechte bei Reichenbach; eine Grenadier- und eine Füsilier- Compagnie die Vertlieidigung von Schweidnitz mitgemacht; Hauptmann de Solares und Oberlieutenant Marquis L’Aspieux sich ausgezeichnet (Letzterer aussertourlich zum Capitain-Lieuteiiant befördert). Clerfayt. 1778/79 ein Bataillon und die Grenadiere (Bataillon Fuhrmann) in Böhmen, ohne Gefecht; die Grenadiere 1779 in Mähren, Streifzug gegen Schlesisch-Neustadt. 1789/90 bei dem in den Niederlanden ausgebrochenen Aufstande (Bra- banter Revolution) musste das in Gent stationierte Leib - Bataillon in Folge Munitions-Mangels capitulieren, die beiden anderen zogen sich nach Luxemburg zurück und nahmen, insbesondere das Oberst-Bataillon, unter seinem Com- mandanten Major (Oberstlieutenant) Baron Vogelsang, sowie die Grenadiere (Bataillon Reyniac) an einer Reihe von Gefechten und kleineren Unter­nehmungen gegen die Insurgenten theil, so bei Nassogne, l’Étoile, Ychippe, Marchain, Coutisse, Haltinne, Andenne, Assesse; das 3. Bataillon war in der Festung Luxemburg selbst. Regiments-Inhaber FZM. Clerfayt erhielt für Auszeichnung in dem Kriege gegen die Türken das Commandeur-Kreuz des MTO. Für Auszeichnung bei Erstürmung der Schanzen von Andenne erhielt Oberstlieutenant Baron Vogelsang den MTO., Lieutenant Dumont wurde zum Oberlieutenant befördert, sechs Offleiere belobt. 1792 waren sechs Compagnien in dem Gefechte bei Lamain-Marquin, das 2. Bataillon in dem Gefechte bei Roubaix, dann mit Auszeichnung bei der Berennung und in den Kämpfen vor Lille, wobei Major Ribeaucourt und beinahe sämmtliche Officiere in der Relation rühmlich genannt werden; das früher in Luxemburg gestandene 3. Bataillon war bei der Einnahme von Longwy, in dem Gefechte bei Croix-au-bois, das Regiment endlich noch in jenem bei Corioule (30. November). Die Grenadiere (Bataillon Briey) an einigen Affairen vor Mons theil- genommen, dann bei Jemappes geflochten. 1793 die Grenadiere waren in der Schlacht bei Aldenhoven, dem Gefecht bei Fauquemont, der Schlacht bei Neerwinden und Löwen, kamen dann zur Einschliessung von Condé (Gefecht bei Onnaing) endlich mit besonderer Aus­zeichnung bei Famars gefochten; das erst im Juli aus Luxemburg zur Haupt- Armee gerückte Regiment in dem Gefecht bei Cysoing sich das Lob des Armee- Commandanten erworben; drei Compagnien bei Erstürmung von Annapes mitgewirkt. Bei dem Uebergang über die Sambre die Grenadiere mit Bravour ge­fochten, Lieutenant Baron Lederer sich hervorgethan. In dem Gefechte bei Denain zeichnete sich das 3. Bataillon, Major Carl Baron Spangen, in jenem bei Orchies Oberst Vogelsang und das b Der erlittenen grossen Verluste wegen wurden alle vier bei der Armee einge- theilten Wallonen-Regimenter anfänglicli in ein Bataillon zusammengezogen und erst nach dem (Eintreffen von Verstärkungen konnten diese Regimenter wieder selbstständig, jedoch nur in zwei Bataillone formiert werden.

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