Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Custine's Einbruch in Deutschland - Massnahmen der Verbündeten gegen Custine's weiteres Vordringen. Treffen an der Lahn. Custine's Versuche in Politik
Oesterreich, im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 61 Trier vorauszumarschieren, den Rückmarsch in ihre Heimat an. Sie erreichten an diesem Tage Dipachr) im Luxemburgischen; am 21. Flachsweiler, am 22. die Gregend von Trier. Hier fanden sie nach grossen Mühsalen und Entbehrungen, die viele Krankheitsfälle, meist die Ruhr im Gefolge hatten, bessere Unterkunft und Verpflegung; zwei Tage der Ruhe genügten, um die Compagnien wieder auf einen Verpflegsstand von nur 20 Mann2) unter Sollstärke zu bringen; der Gefechtsstand war erheblich geringer. Am 22. während des Marsches war der Befehl des Landgrafen eingetroffen, nach Rheinfels zu marschieren und dortselbst Winterquartiere zu beziehen. Am 23. aber langte in Trier die Nachricht ein, Custine habe Mainz genommen und sei im Marsche nach Coblenz; die dortige Besatzung, (1 Compagnie hessischer Jäger und 1200 Mann kurtrierscher Truppen) hätte sich auf den Ehrenbreitstein zurückgezogen. General - Lieutenant von Biesenrodt beschloss, baldmöglichst aufzubrechen, um Coblenz entweder noch vor den Truppen Custine’s zu erreichen, oder den von ihnen etwa schon besetzten Platz wiederzunehmen. Noch am 23. wurde des gesammte Geschütz eingeschifft3); es sollte moselabwärts nach Coblenz geschafft werden. Am 21. zeitlich morgens brach die Vorhut: 1 Officier und 50 der bestberittenen Husaren, das Jäger-Corps, ein Grenadier-Bataillon und ein Bataillon leichter Infanterie unter Oberst Schreiber von Kirch4) auf. Die Vorhut-Fusstruppen wurden von Salmerodt aus mittels Wagen ungesäumt weitergebracht. Officiere, auf Postpferden beritten, eilten voraus, um in den Ortschaften für Pferdewechsel und Vorbereitung der Mannschaftskost zu sorgen. Die Haupttruppe hatte in Staffeln nachzufolgen; sie erreichte am 24, die Gegend von Salmerodt. Am 24. erfuhr auch der König von Preussen in Luxemburg von den Vorgängen am Rhein und von der den Magazinen in Coblenz drohenden Gefahr. Da die preussischen Truppen sich in schlechterem Zustande befanden als die hessischen, so konnten *) Auch Dippach, westlich Luxemburg. 2) Meist Fusskranke. 3) In Ermanglung an Vorspannspferden. 4) Bei Trier.