Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

und Generallieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli. 259 Die Hinweise auf diese sind gewiss nicht ganz von der Hand zu weisen, interessant die Bezeichnung des Grafen Johann Adolph Schwarzenberg r) als desjenigen Mannes, der noch zu grossem Einflüsse gelangen werde, was bekanntlich auch später eintraf; aus einem der Briefe ist auch die Ernennung Montecuccoli’s zum Geheimen Rathe ersichtlich. Aus derselben Quelle stammend mag auch eines Schreibens Erwähnung geschehen, welches kein Datum trägt und jedenfalls aus 1664, wahrscheinlich aus dem Monate August stammt, da es Montecuccoli zu seinem glänzenden Siege und der Errettung der Christenheit, dann zur Ernennung zum Generailieutenant beglück­wünscht. (Kr. A., Mém. XXVIII. 259.) Bekanntlich erfolgte diese Ernennung nach der Schlacht bei St. Gotthardt.1 2) Aus dem Jahre 1659 sind auch zwei Briefe des Herzogs Alphons von Modena erhalten; der erste de dato 31. Januar, dankt Montecuccoli für die Antheilnahme gelegentlich des Ablebens seines Vaters, der zweite 23. Juni, zeigt die Entsendung des Marquis von Guiglia, seines Kammervorstehers, als Gesandten nach Wien, an. Der erste dieser Briefe ist an den „General der Cavallerie“, der zweite an den „General-Feldmarschall“ adressiert; diese Vor­rückung hat also in dieser Zeit stattgehabt. 1665—1669. Ziemlich umfangreich ist die Correspondenz zwischen Wien und Madrid, die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vliesse an Montecuccoli betreffend. (Kr. A., Mém, XXVIII. 206.) Es wird vor Allem klargestellt, dass diese Verleihung keines­wegs, wie fast allgemein angenommen wird, eine Folge seiner Sendung als Abgesandter zum Empfange der kaiserlichen Braut (Schwester des Königs von Spanien) nach Finale (1666) war und dass auch die Schlacht von St. Gotthardt, wenn auch ein ver­stärkendes Argument, so doch keineswegs die unmittelbare Ursache gewesen ist. Die Verleihung fand im Mai des Jahres 1668, die officielle Ueberreiclmng durch den Kaiser in den letzten Tagen dieses 1) Obersthofmeister des Erzherzogs Leopold Wilhelm; seit 1670 Fürst, dann Reichshofraths-Präsident. (1670—83.) 2) Theatrum Europaenm VII, p. 664. 17*

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