Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

Jahres statt; die oberwähnten Vermuthungen liegen nun aller dings am nächsten. Aus seinen Aufzeichnungen ergibt sich jedoch, dass diese Auszeichnung bereits 1662 in das Auge gefasst, im nächsten Jahre gelegentlich des Reichstages in Regensburg vom Fürsten Porcia ernstlich betrieben wurde ; die erste officielle Anregung von kaiser­licher Seite geschah allerdings erst am 5. Januar 1665 und wird in dieser und in den folgenden von dieser Seite ausgehenden Schriften, der Hauptnachdruck auf den Sieg von St. Gotthardt gelegt. So lautet das kaiserliche Handschreiben an den Grafen von Pötting1) de dato 24. August 1665: „Dir ist gehorsamst wissendt, wessgestalt Wir jüngsthin* 2) Unserem gehaimben Rath, Kämmerer und Generallieutenanten Reymunden Graffen von Montecuccoli, zur Erlangung des Goldenen Vliess des Königs in Spanien recommandiert etc. — zumalen wie Dir bekannt die jüngste Victori wider den Türken bei St. Gott­hardt, fürnemblich seiner vernünftigen Direction zuzumessen ist und er darmit dergleichen Gnadt und Erkenntniss wohl meritiert hat. ‘ Betrachten wir hiezu Montecuccoli’s Correspondenz und Auf­zeichnungen. In einem Briefe an den Fürsten Lobkowitz de dato 28. November 1665, sagt er: „Ich habe getrachtet, es durch Folgendes zu verdienen:“ „Bis zum Jahre 1629 gebrauchte ich die Pike und Partisane im Dienste des Königs, bejm Entsätze von Bois-le-Duc und der Einnahme von Amersdorf, mit dem kaiserlichen Auxiliarheere, geführt von meinem Vetter, dem Grafen Ernst Montecuccoli; dann hatte ich im Jahre 1659 mit grosser Mühe und gegen die lebhafte Opposition des französischen Residenten, von dem Churfürsten von Brandenburg den Durchzug der Truppen erwirkt, welche den Niederlanden Hilfe zu bringen hatten.“ „Dann scheute ich keine Mühe, um im Jahre 1663 die kai­serlichen Regimenter anstandslos nach Mailand und Neapel und später in die Niederlande zu expedieren.“ 3) x) Kaiserlicher Gesandter am spanischen Hofe. 2) 5. Januar 1065. 3) Bekanntlieh waren Anfang 1663 Waffenstillstands-Unterhandlungen mit der Pforte im Zuge und da man auf den baldigen Abschluss rechnete, schwächte man das ohnehin nicht starke Heer durch diese Abgaben; diese Massregcl wird Montecuccoli übel angerechnet; es wäre aber wohl näherliegend, den Fehler der Diplomatie, die sich durch die Unterhandlungen täuschen liess, zuzuschreiben.

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