Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz

256 Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls Es kann wohl nicht als eine Privatsache gelten, wenn ein beim Madrider Hofe accreditierter Diplomat, selbst wenn dieser der modenesische Geschäftsträger ist, Montecuccoli auffordert, sich um den kaiserlichen Botschafterposten daselbst zu bewerben; denn selbst, wenn dieser von seinem Herzog den Auftrag gehabt haben sollte, den Landsmann hiezu zu animieren, so musste doch sowohl in Wien, als in Madrid und Modena bekannt gewesen sein, in welchem Lager er stand und dass die Sendung als genehm betrachtet worden wäre; trotz der vielen Yortheile, die der Schreiber sehr verlockend schildert, scheint Montecuccoli nicht auf denselben aspiriert zu haben; der Soldat in ihm mag entschie­den haben, die Vertrauensstellung bei seinem kaiserlichen Herrn und die Aussicht auf eine glänzende militärische Laufbahn nicht mit einer immerhin tausenderlei Zufälligkeiten ausgesetzten Hof­stellung zu vertauschen. Auch der Brief selbst ist bemerkenswerth; er erwähnt vor­erst den Tod des kaiserlichen Botschafters Marquis von Grana mit der schon erwähnten Aufforderung, sich um den Posten desselben zu bewerben, schildert die einflussreiche Stellung desselben, sowie was dieser stets beim König, sowie bei der Königin gelte und beleuchtet im weiteren Verlaufe spanische Hof-Angelegenheiten; er enthält Mittheilungen über die Ausgaben des Verstorbenen, über die Dotation und die aus der Stellung erwachsenden Ver­pflichtungen, sowie Daten, dass sich der Sohn desselben um die Botschaft zu bewerben scheine. Speciell aus dem Jahre 1652 sind erwähnenswerth zwei Briefe Montecuccoli’s an den Grafen Porcia und den Erz­herzog Leopold, aus denen man ersieht, wie warm er für einen engen Anschluss an den Churfürsten von Brandenburg eintritt, sowie die beiden Briefe von Nazaro SavogadroJ) und Gandolfi* 2) und eine Aufzeichnung von seiner Hand über seine Stellung und Einkünfte am kaiserlichen Hofe, welche sich in dem Bestreben der venezianischen Republik, den kaiserlichen General in eigene Dienste zu nehmen, berühren. Aus dem Ende des Jahres 1653 sind zwei Briefe des Johann Wilhelm von Stubenberg und ein Concept Montecuccoli’s an den­selben erhalten (Kr. A., Mém. XXVIII. 241); sie bieten nicht viel; x) Venezianischer Botschafter (?). 2) Canonicus (?) in Venedig.

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