Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)
Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - IV. Correspondenz
man ersieht daraus lediglich, dass Ersterer Montecuccoli sein gedrucktes Werk „Demetrius“ dediciert und in der Antwort des Letzteren ist einer „Canzonetta“ erwähnt, die er in den letzten Tagen erhalten; dieses Gedicht ist wieder der Antwort Stubenberg’s 12. December angefügt, es lautet: „Es könnt’ Italien kein wahrere Zeugniss führen Der alten Heldenzucht, als Euch, der Unseren Zeit Erneuten Scipio, drum musst’ es Euch auch zieren Mit seiner alten Pracht süsser 'Wohlredenheit! Hat je ein reiner Mund ruhmwürdig können sprechen Die Zeichen der Vernunft, die Menschenzunge — prob’ In mehr als einer Sprach ? Ist Euer dieses Lob Graf Raimund! Euch kann es selbst der Neid nicht schwächen.“ Von seiner in der zweiten Hälfte des Jahres 1655 als Begleiter der Königin Christine unternommenen Keise nach Rom, dem Empfange und Aufenthalte daselbst, sowie von ihrer feierlichen Rückkehr zum Katholicismus in Innsbruck hat Montecuccoli directe Aufzeichnungen nicht hinterlassen. Doch werden diese vollauf ersetzt durch seine aus diesem Jahre stammende (Korrespondenz mit dem Pater Maximilian, seinem Bruder. (Kr. A., Mém. XXVIII. 252.) Es sind 27 Original-Briefe Montecuccoli’s, aus seiner Verlassenschaft stammend, was sich wohl dadurch erklären lässt, dass es zu jener Zeit oft Gebrauch war, sich die Briefe gegenseitig zurückzusenden; sie umfassen die Zeit vom 6. Februar bis 29. December ; die aus der ersten Hälfte des Jahres geben Nachricht von dem Landtage in Pressburg, seiner Reise nach Brüssel und bilden demgemäss eine Ergänzung seiner diesbezüglich Unterlassenen Aufzeichnungen. (II. 15. bis 17.) In. Augsburg langte er Anfang October an und erwartete daselbst die Ankunft der Königin, die Ende September von Brüssel abgereist war und am 20. October mit einem Gefolge von 300 Personen anlangte. In der Franziskanerkirche zu Innsbruck legte sie das öffentliche Glaubensbekenntniss am 3. November in die Hände Holstenio’s (siehe 11/16) ab; von dort gieng nach grossen Festlichkeiten, Jagden, Concerten, Bällen die Reise über Bozen, Trient, Bologna nach Rom; Montecuccoli langte daselbst bereits Anfang December an und reiste, nachdem die Vereinbarungen über Empfang Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge, X. 17