Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - II. Geschichte (Kriegsgeschichte, Mémoiren, Reisen)

*) 1679 in Folge der in Wien herrschenden Pest. sich vielleicht zu sehr von seinen allerdings üblen Erfahrungen als kaiserlicher Feldherr in diesem Lande beeinflussen liess, obwohl dem entgegengehalten werden kann, dass die Soldaten bei dem dama­ligen Verproviantierungs-System wohl nirgends, auch nicht in der engsten Heimath, als Freunde betrachtet wurden; aber auch der Umstand, dass gerade von dieser Seite und auf Kosten der eigenen Nationalhelden seine Massnahmen den ärgsten Anfeindungen ausge­setzt waren, mag zu dieser Missstimmung beigetragen haben. Das erste und einen Theil des zweiten Heftes füllt haupt­sächlich die Correspondenz Montecuccoli’s mit dem Kaiser und Handbillette desselben aus; der Inhalt soll hier, wie in den Heften vorhanden, angegeben werden, obwohl er weder inhaltlich, noch chronologisch geordnet erscheinen mag. 1. Heft: „Information succincte au lecteur, pour bien entendre les annotations ci-jointes, et les remontrances, au feu Seigneur Ray­mond Prince de Montecuccoli, Lieutenant-général des armées de Sa Majesté Impériale.“ Aus den Worten „au feu“ geht hervor, dass diese Hand aus der Zeit nach dem Ableben Montecuccoli’s stammt und mit Rück­sicht darauf, dass dieselbe Hand in den Heften noch öfter vor­kommt, dass diese Abschriften insgesammt erst nach 1680 ent­standen sind; der Schriftcharakter der auf drei verschiedene Hände weisenden Kanzleischriften, würde der Vermuthung, dieselben vor das Jahr 1700 zu setzen, wenigstens nicht widersprechen. Die französisch gehaltene „Information“, deren Schluss in italienischer Sprache ausläuft, beginnt mit der Abreise des Hofes von AVien nach Prag*) und reicht bis zu Montecuccoli’s Ableben; Datum und Todesursache sind richtig angegeben. Auf diese folgt der Zueignungsbrief an den Kaiser, die Vor­rede, sowie ein kurzer Inhaltsauszug seines 1670 überreichten grossen Werkes: „Deila guerra col Turco in Ungheria“; dann das Gesuch Montecuccoli’s an den Kaiser de dato Prag, 14. Februar 1680 um Enthebung vom Hof - Kriegsraths - Präsidium, an­schliessend die Gründe, warum er in Linz die Bitte erneuert vor­trug, endlich sein Bericht an den Kaiser Prag, 23. Februar 1680

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