Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 10. (Neue Folge, 1898)

Hauptmann Veltzé: Der schriftliche Nachlass des Feldmarschalls und General-Lieutenants Raimund Fürsten Montecuccoli - II. Geschichte (Kriegsgeschichte, Mémoiren, Reisen)

und Generallieutenants Raimund Fürsten Montecuecoh. betitelt: „ D imo s tr a zione di non aver punto avantag­giato le fa-colta patrimoniali e d’aver servito senza inter esse“. In der „Information“ ist hierüber zu lesen, dass der Kaiser nach der Ankunft in Prag, auf Drängen und Anstiften des Paters Emerich (Emerico) 1J, des Grafen Zinzendorff und des Secretärs Abele der Geheimen Hofkanzlei, eine Reform der Armee be­schlossen hatte, ohne weder den Präsidenten, noch den Hof-Kriegs­rath auch nur befragt zu haben; auf diese Hintansetzung bat Montecuccoli (14. Februar) um seine Entlassung und Hess das Ge­such durch den Grafen (späteren Fürsten) Dietrichstein überreichen. Beim Hofe, sowie in der Stadt wurde das Gerücht ausge­sprengt, er wolle, nachdem er sich bereichert, den kaiserlichen Dienst verlassen; auf diese Beschuldigung erwiderte er nun in dem Berichte vom 23. Februar. Diese beiden Schriftstücke sind sehr interessant, das letztere auch biographisch verwerthbar, da es einen Rückblick auf sein ganzes Leben wirft. Dass Montecuccoli ausser seinen Liegenschaften, die er zum Theil ererbt hatte, kein anderes Vermögen hinterliess, geht aus einem Schreiben seines Sohnes an den Pfleger (Verwalter) der Herrschaft Gleiss bei Amstetten de dato Wien, 2. October 1(581 hervor;2) es handelt sich um einen Ausstand von 1954 fl. „Wann ich aber die Mittel gleich mein Herr Vater, der mit unterschiedlichen schönen kaiserlichen Chargen und Besoldungen versehen gewesen, nicht hab, solche grosse Ausstände zu entbehren, indem ich allein das Einkommen von den mir hinterlassenen Gütern zur Bestreitung der Beikost, auch im Felde benöthigten Spesen anzuwenden, als wird Euch hiemit nachdrücklich, auch ein für alle Mal, Euer Amt und Dienst also zu beobachten damit ich aus den Euch anvertrauten Herrschaften, die jährliche Gefäll richtig und ohne Abzug erlange und geniesse.“ 2. Heft. Beginnt mit dem kaiserlichen Handbillet, Wien, 8. März 1675, in welchem Montecuccoli der Reichsfürstenstand verspro- *) *) Emericli Cinelli, Fleischerssolln aus Komorn, Kapuziner, später Bischof von Wiener-Neustadt. 2) (Kr. A., Mém. XXVIII. 293.)

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