Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps SchwarzenbeVg-Legeditscli. 87 „Durch ein zwischen Oesterreich und Preussen getroffenes Abkommen ist die Erledigung der hessischen Angelegenheit dem gemeinsamen Wirken der beiden Mächte unterzogen. Hiedurch ändert sich die Lage wesentlich und die Euer Excellenz gegenüber stehenden Truppen sind nicht mehr als Gegner zu betrachten. Ein diesseitiger Commissär, wahrscheinlich General Prése, wird noch heute den Auftrag erhalten, mit dem Commissär Oesterreichs und seiner Verbündeten ins Einvernehmen zu treten und weitere Schritte zu verabreden.“ Bundes-Präsident Graf Thun an den Bundes-Civil-Com- missär Graf Rechberg. Frankfurt a. M. den 2. December 1850, 3 Uhr Nachmittag. „Indem ich mich beeile, Euer Excellenz beifolgende telegraphische Correspondenz, welche in den letzten Tagen zwischen Fürst Schwarzenberg und mir stattgefunden hat, abschriftlich zu übersenden, bin ich von der hohen Bundes-Versammlung ermächtigt, Hochdieselben aufzufordern, nunmehr mit den Bundes-Truppen iii der Richtung nach Cassel alsbald voranzugehen. Die Depesche R. aus Olmütz vom 29. v. M. lässt erwarten, dass die Bundes-Truppen, wie sie an den Etapenstrassen anlangen, kein Hinderniss begegnen werden. Da dies jedoch davon abhängt, ob die von Herrn Manteuffel in Olmütz vereinbarte Punctation von der preussischen Regierung genehmigt worden ist oder nicht, so muss ich Euer Excellenz ersuchen, den Herrn Fürsten von Taxis auf diesen Umstand aufmerksam zu machen und demselben daher die entsprechende Vorsicht bei dem Vorangehen zu empfehlen. Es handelt sich nämlich, wie aus der Depesche vom 1. December (c.) zu ersehen ist, nicht darum, die eventuellen Kriegsoperationen gegen Preussen in Kurhessen zu beginnen, sondern nur die zunächst vorliegende Aufgabe der Pacification des Kurstaates zu vollbringen. Ich halte es daher auch nicht für zweckmässig, dass mehr Truppen von dem Armee-Corps des FML. Legeditsch herangezogen werden, als zur Deckung der Verbindungen mit Bayern und zur Abwehr eines ersten Angriffs der Preussen noth- wendig sind.