Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 85 Die Armee hat es nicht mit politischen Argumenten zu thun, nicht nach den Gründen zu fragen; doch ist das Bewusstsein der gerechten Sache auch ihr erhebend und aneifernd. Sie blickt auf ihren Kaiser, sie weiss, dass Franz Joseph nur das Rechte will und kann und so sieht sie gerüstet und freudig der nächsten, ver- hängnissvollen Zukunft entgegen. Muthig, wenn der Krieg ihr das Schwert in die Hand drückt; gehorsam, wenn der versöhnende Friede es in die Scheide zurück­führt, wird sie, wie unter der glühenden Sonne Italiens und auf den unwirthlichen Steppen Pannoniens, ihre Schuldigkeit immer und überall thun, wo ihr erhabener Kriegsherr sie hinruft. Hoch der Kaiser! Hoch Oesterreich!'‘ Die „Deutsche Wehrzeitung“, das unabhängige Organ der königlich preussischen Armee, sprach sich über die damaligen Verhältnisse in der Kummer vom 10. November in nachstehender Weise aus: „Die politischen Blätter aller Farben bringen täglich Artikel über dieses Thema und die des Auslandes blasen gewaltig in die Kriegstrompete. Ueberall drohende Rüstungen und alle gegen Preussen! Und in Preussen, wie es scheint, der tiefste Frieden, denn die schwachen Corps an der hessischen Grenze repräsentiren wohl keinen Ab­leiter gegen die drohenden Wolken, die in der Nähe sich zusammen­ziehen. Combiniert man sich aus all dem Geschwätz, was die Presse auftischt, ein Bild zusammen, so sollte man meinen, das arme Preussen stünde wieder wie vor 100 Jahren an der Schwelle des 7jährigen Krieges, denn mindestens halb Europa schwingt die Kriegsfackel gegen Friedrichs Hinterlassenschaft und der Ver­bündeten, dünkt es, gibt es wenige. Sollte es da denen, die unter dem Scepter des schwarzen Adlers wohnen, nicht angst und bange werden. Der Furchtsamen mag es wohl geben, die Mehrheit aber wird den Muth wohl nicht verlieren, eingedenk der Kraft, die Preussen innewohnt und die Armee wird treu zu ihrem Kriegsherrn und fest zum Vaterlande stehen und der Unterstützung der

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