Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
30 Sacken. grosser Soldatenfreund, alles was Sie mir von den Truppen zeigen können, macht mir besonderes Vergnügen.“ Da die Zeit zu kurz war, um eine grössere Truppenzahl in Bregenz zu vereinigen, konnte ich nur die zwei in und bei Bregenz stehenden Bataillone von Wellington-Infanterie, die Division Liechtenstein-Chevauxlegers und die 6pf. Fuss-Datterie Nr. 20 ausrücken lassen, welche bei Ankunft Ihrer Majestäten und des Prinzen und der Prinzessin Luitpold auch bereits auf dem Exercier- platze aufgestellt waren und Höchstdieselben mit den vorgeschriebenen Ehrenbezeigungen empfiengen. Seine Majestät drückten Ihre Anerkennung über die vorzügliche Haltung der k. k. Truppen aus; besonders die Batterie, welche auf den Schlachtfeldern von Italien so brav gekämpft, wovon die von Euer Majestät dem Commandanten und der Mannschaft Allerhuldreiclist verliehenen Ehrenzeichen Zeugniss gaben, war Gegenstand auszeichnender Theilnahme Ihrer Majestäten. Ihre Kaiserl. Hoheit, die Prinzessin Luitpold insbesondere, war über den Anblick der k. k. Truppen sehr erfreut und äusserte Ihre Freude in den verbindlichsten Ausdrücken. Nachdem Ihre Majestäten noch den Gebhartsberg besuchten, fuhren Plöchstdiesclben Abends nach Lindau zurück, von wo Sie heute Morgens nach Hohenschwangau abgereiset sind. Der Prinz Luitpold mit dessen Gemahlin, Kaiserl. Hoheit, beabsichtigen noch längere Zeit in Lindau zu verweilen, in dessen Nähe Sie ein Landhaus am See bezogen haben.“ ln demselben Berichte wird die Besetzung von Constanz durch Truppen des Peucker’schen Corps gemeldet und dann beigefügt: „Wenige Tage, nachdem die aus einer grossh. hessischen Brigade bestehenden Reichs-Truppen in Constanz eingerückt waren, kamen die grossh. hessischen Officiere in grosser Anzahl nach Bregenz, um den österreichischen Kameraden einen Besuch zu machen, für welche überhaupt in diesem Theile des deutschen Heeres die entschiedensten Sympathien vorherrschen und sich auch schon in den Septembertagen zu Frankfurt a. M. offen kundgegeben haben sollen. Ich habe zur Begründung eines freundnachbarlichen Verhältnisses und zur Kräftigung des kameradschaftlichen Verbandes mit den hessischen Truppen mit mehreren