Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditscli. 31 Officieren des k. k. Armee-Corps im Vereine mit den zu Lindau stehenden bayerischen Officieren, in Begleitung' des GL. von Gumppenberg und GM. von Flotow, den Besuch am 22. d. M. in Constanz erwiedert. Die Zuneigung der Hessen zu den k. k. Truppen äusserte sich nicht nur unter den Officieren, sondern auch bei der Mannschaft.“ Nochmals ein Ruf nach Württemberg. Während die Revolution in Baden vollkommen erlosch und alle Einleitungen zur Rückkehr des Grossherzogs getroffen wurden, gestalteten sich die Verhältnisse in Württemberg wieder recht düster und es schien dem Könige durchaus nicht gelingen zu wollen, Herr der Situation zu werden. Am 11. August schrieb der Reichs-Kriegsminister, Fürst Wittgenstein, eigenhändig an den FML. Fürsten Carl Schwarzenberg: „Euer Durchlaucht beehre ich mich ganz ergebenst aufmerksam zu machen, dass die Zustände in Württemberg eine Wendung zu nehmen scheinen, welche an die Möglichkeit einer nöthig werdenden militärischen Hilfe glauben lässt. Ich bitte Sie, gnädiger Herr, diese Sache im Auge zu behalten und etwa durch Baron Handel dem Könige von Württemberg die mündliche Eröffnung machen zu lassen, dass Euer Durchlaucht wiederholt durch den Unterzeichneten eingeladen worden sind, sich ohne Weiteres Sr. Majestät zur Verfügung zu stellen.“ Auch durch einen von Frankfurt zurückkehrenden Officier wurde vom Fürsten Wittgenstein mündlich an Fürst Schwarzenberg die dringende Aufforderung, das Corps für das Einrücken in Württemberg marschbereit zu halten, zugesendet. Schwarzenberg berichtete diesfalls nach Wien und setzte sich mit Baron Handel in Stuttgart in’s Einvernehmen. Letzterer meinte, dass die Dinge in Württemberg nicht so ernst und bedenklich stünden und die Gerüchte, dass nächster Tage eine revolutionäre Erhebung dort stattfinden solle, übertrieben, vielmehr zu erwarten sei, dass Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten bleibe. Letzteres war auch der Fall und es kam auch diesmal zu keiner Intervention k. k. Truppen in jenem Königreiche.