Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

14 Sacke n. beuern führte und so der Anschluss über Augsburg nach Bamberg an das übrige, ebenfalls nur wenig entwickelte Eisenbahnnetz Deutschlands bergestellt war. Hiedurch wurde später der Marsch des Corps nach Bayern, weiters nach Nord-Deutschland ungemein gefördert. A. Das Corps unter FML. Fürst Carl Schwarzenberg vom 20. Juni bis Ende November 1849. Der glänzende Sieg bei Novara (23. März) war errungen, das Schicksal Ober-Italiens entschieden, Führer und Truppen dort entbehrlich geworden. Die schon in Vorarlberg und im oberen Lech-Thale unter Commando des GM. v. Ullrichsthal stehenden Truppen konnten nun ausgiebig verstärkt werden. Unter Commando des FML. Fürsten Carl Schwarzenberg*) sollten sich nun folgende Trappen in Vorarlberg versammeln. Infanterie und Jäger: das 1. Feldjäger-Bataillon; das 1. und 2. Feld-, dann das 1. Landwehr - Bataillon des Infanterie- Regiments Erzherzog Ludwig Nr. 8; das 1. Landwehr­*) Schwarzenberg Carl, Fürst, k. k. Feldzeugmeister, Kitter des goldenen Yliesses, geboren zu Wien 21. Januar 1802, gestorben zu Wien 25. Juni 1858; trat- 1821 als Cadett in die österreichische Armee, war mit 32 Jahren Oberst im 4. Infanterie-Regiment, 1840 Generalmajor, 1847 Inhaber des 19. Infanterie- Regiments, 1848 unter Radetzky Divisionär in Brescia, zeichnete sieh während des Aufstandes durch umsichtiges Benehmen aus, erhielt dann eine Division beim 1. Armee-Corps, machte mit diesem alle Gefechte und Schlachten des Feldzuges in Italien mit, wurde bei Santa Lucia leicht verwundet; erhielt das Militär-Ver- dienst-Kreuz und den päpstlichen Pius-Orden; war 1849 beim Reserve-Corps; am 20. Juni zum Commandanten des Observations-Corps in Vorarlberg, am 16. October desselben Jahres zum Statthalter, Civil- und Militär-Gouverneur in Mailand ernannt und ihm die Geheimraths-Würde verliehen; 1850 wurde er bei der Mobili­sierung Commandant des 10. Armee-Corps, 1851 endlich Civil- und Militär-Gouverneur in Siebenbürgen und Ritter des goldenen Vliesses; erkrankte im Juni dieses Jahres, begab sich nach Wien, wo er durch den Besuch Seiner Majestät des Kaisers aus­gezeichnet wurde; wenige Tage später erlag er der Krankheit­Fürst Carl Schwarzenberg war ein hoher Cavalier im besten Sinne des Wortes; Soldat mit Leib und Seele, erfreute er sich der allgemeinen Beliebtheit bei seinen Untergebenen. Wenn auch nicht mit so glänzenden Eigenschaften aus­gestattet, wie sein Vetter, Fürst Felix, so wusste er doch überall seine bedeutenden Geistesgaben, vereint mit Buhe, Würde und reicher Erfahrung, zur Geltung zu bringen.

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