Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
146 Sacken. zwei Hälften getheilt werden. Das Commando über alle diese Truppen und Trains, in der Stärke von 184 Officieren, 6163 Mann, 4468 Pferden und 694 Fuhrwerken batte GM. v. Schiller zu führen, dem für seine Person ATolle Bewegungsfreiheit gegeben und nur empfohlen ward, ab und zu die Echelons an sich vorbei - ziehen zu lassen. Ebenso wurde für jeden einzelnen Echelon ein Commandant ernannt. Der Marsch wurde am 17. Februar angetreten, die Ueberschiffung über die Elbe vollzog sich, obwohl Treibeis denVerkehr der Schiffe wesentlich erschwerte, ohne Verzögerung oder Störung. Im Ganzen waren bis Prag 25 Tagesmärsche zurückzulegen, viele davon über 3 Meilen Ausdehnung; durchschnittlich wurde an jedem 3. Tag Rasttag gehalten. Der erste Echelon erreichte am 27. März, der letzte am 12. April Prag. Die Marschleistung war mit Rücksicht auf den Umstand, dass dieselbe in die allerungünstigste Jahreszeit fiel, eine sehr bedeutende Die nicht transportablen Kranken waren theils in den von den k. k. Truppen errichteten Kranken-Anstalten, theils in den Civil-Spitälern in Pflege zurückgelassen. Der Abschied von den Truppen gestaltete sich allenthalben als ein sehr herzlicher und wurden diese auch bei den Durchmärschen von den Bewohnern freundlichst begrüsst. Der Senat der Stadt Hamburg richtete ein Abschieds-Schreiben an FML. von Legeditsch, worin er „der musterhaften Disciplin, durch welche sich die in Hamburg stationiert gewesenen k. k. österreichischen Truppen aller Waffengattungen ausgezeichnet haben, ehrend gedenkt“, ferner den Feldmarschall-Lieutenant der aul- riclitigsten Hochachtung versichert und der „Dankesverpflichtung für die wohlwollenden Gesinnungen, welche Sie der Stadt Hamburg unausgesetzt erhalten haben, durch dieses Schreiben einen bleibenden Ausdruck“ zu verleihen wünschte. Das Schreiben schliosst mit den Worten: „Mögen Euer Excellenz überzeugt sein, dass die besten Wünsche des Senates Sie beim Scheiden begleiten und dass Ihnen in Hamburg für immer ein freundliches Andenken bewahrt bleiben wird.“ Diese durchaus nicht das Gepräge herkömmlicher Höflichkeitsphrasen tragende Kundgebung gewinnt gegenüber der Strenge