Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sclnvarzenberg-Legeditsclr 13 und etwa 15 Kilometer lange Thalebene rechts des Rheines, vor seiner Mündung in den Bodensee, mit ihren ziemlich wohlhabenden Städtchen Bregenz und Feldkirch und mehreren Märkten, boten einige Ressourcen und die Möglichkeit, Truppenkörper bis zu einem Bataillone zu bequartieren. Auch in dem weiten Berggebiete des „Bregenzer Waldes“, dann im oberen Inn- und Lech-Thal waren grössere Dörfer zu treffen. Im Uebrigen besteht Vorarlberg und Nord-Tyrol aus Hochgebirgsland, häufig die Schneegrenze weit überschreitend, wo der Mensch nur in den engen Thalfurchen und auf den unteren Thalhängen sich, mühsam genug, anzusiedeln vermochte, um durch die Erträgnisse der Alpen- und Waldwirt­schaft kümmerlich sein Dasein zu fristen. Etwas mehr Wohlhaben­heit ist aber nur dort zu treffen, wo der industrielle Trieb der Tyroler durch Handarbeit in der Heiinath, oder durch Handel in der Fremde grössere Einnahmen schafft, ja selbst einzelnen Glücklichen zu verhältnissmässigem Reichthume verhilft. Ein gewaltiger, 24 Kilometer breiter Berggürtel trennt das vorarlbergische Rhein-Thal vom oberen Inn-Thal und die Verbin­dung; zwischen diesen beiden Thälern war auf die Poststrasse über den Arlberg beschränkt, die sich durch die engen Thalschluchten zwängend, die fast 2000 Meter hohe Wasserscheide hinanklimmt, dort aber von October bis Mai unter einer mächtigen Schneedecke begraben liegt. Dann wurde der Verkehr auf schwieriger Schlitten­bahn bewirkt. Gegen Deutschland hin war das Debouchieren der in Vor­arlberg und Nord-Tyrol aufgestellten Truppen auf drei Strassen beschränkt: jene von Bregenz aus, von wo man sofort in das weg- same Culturland Bayerns und Württembergs gelangt; die durch lange und schwierige Defiléen führende Bergstrasse von Imst, respective Innsbruck über Reutte nach Füssen; endlich jene von Innsbruck über Mittenwalde nach Partenkirchen. Da Oesterreich am Bodensee, wo es an Hinterland fehlte, keine Dampfschiffe besass, konnte anfänglich auf dieses Verkehrs­mittel in militärischer Beziehung nicht gerechnet werden; erst später gelang es, sich die Dampfschiffe der deutschen Uferstaaten gegebenen Falls für Truppen-Transport dienstbar zu machen. Von ausserordentlichem Belange war hingegen der Umstand, dass damals schon ein Zweig der bayrischen Bahnen bis Kauf­

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