Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sclnvarzenberg-Legeditscli. 125 Möglich wäre es unter solchen Umständen, dass die Auf­regung unter den leicht bethörten Massen um sich griffe und dass bedauerliche Demonstrationen, Excesse, vereinzelte Acte der Rache dadurch hervorgerufen würden. Die Regierung der Stadt Hamburg ist, wenigstens gegen­über der Presse, ohne alle Macht und scheint auch nicht den Mutli zu haben, irgendwie energisch aufzutreten. Es ist allerdings nicht wahrscheinlich, dass es — selbst wenn die Bürger-Versammlung stattfindet und in selber provocierende Beschlüsse gefasst würden — zu bedeutenden Störungen der öffentlichen Ruhe kommen wird, ich bin aber gesonnen, unsere Win •de unter allen Umständen mit grösster Energie zu wahren, nicht den geringsten A ct von Feindseligkeit zu dulden und jedem weiteren Umsichgreifen von Unordnungen durch schleuniges Ein­schreiten vorzubeugen, wozu mir, ohne durch die diesfalligen be­sonderen Dispositionen und vorbereitenden Bewegungen irgend eine Besorgniss an den Tag zu legen, durch die in 1 Jamburg selbst, hier und in nächster Umgebung dislocierten Truppen und Batterien hinreichende Mittel zu Gebote stehen. Binnen kürzester Zeit können zu den in Hamburg stehenden Truppen noch 4 Bataillone, 4 Escadronen und 3 bis 4 Batterien stossen. Damit 'der Senat der freien Stadt Hamburg nicht unvor­bereitet sei und wenigstens Kenntniss habe von dem, was der Stadt unter gewissen Voraussetzungen unfehlbar bevorsteht, habe ich sowohl durch die gefällige Vermittlung des kaiserlichen Ge­sandten Herrn Grafen von Lützow, als persönlich bei dem präsi­dierenden Bürgermeister Dr. Kellinghusen die geeigneten Schritte ge than. Ich habe den Senat auf die Nothwendigkeit aufmerksam gemacht, der Frechheit der Presse auf irgend eine Weise ein Ziel zu setzen, die angekündigte, nur Scandal beabsichtigende demo­kratische Versammlung nicht zur Ausführung kommen zu lassen © © und alle Mittel aufzubieten, um jeder Demonstration gegen die kaiserlichen Truppen, jedem Excesse wirksam vorzubeugen, da ich mich unter den obwaltenden Umständen, selbst durch einen geringfügig scheinenden Anlass genöthigt sehen würde — zur Wahrung unserer Ehre und selbst wegen der Sicherheit der eigenen.

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