Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
120 Sacken. herr v. Prokescli mit einer Note an FML. v. Legeditsch eine Copie übersendete. Dieses Schriftstück lautet: Gesandter Baron Prokesch an FML. v. Legeditsch. Berlin, den 19. März 1851. „Bei dem Durchzuge der kaiserlichen Truppen durch Magdeburg hat das dortige Festungs-Commando den Pöbel nicht in den gehörigen Schranken zu halten gewusst; auch haben mehrere königlich preussische Officiere in ihrem Betragen gegen die österreichischen eine wenig freundschaftliche Gesinnung an den Tag gelegt. Klagen desshalb kamen zuerst über Dresden hierher, wo, wie bekannt, die Aufnahme der Brigade Martini die glänzendste war. Zu Euer Excellenz persönlicher Kenntniss habe ich die Ehre, hier die Abschrift eines eigenhändigen Schreibens Seiner Majestät des Königs an GL. von Hedemann beizusehliessen, dessen würdige und strenge Fassung das ungeziemende Verhalten in Magdeburg gehörig brandmarkt. Es kann nicht in der Absicht der kaiserlichen Regierung liegen, diesen Vorfallenheiten eine weitere Folge zu geben.“ (Abschrift.) Charlottenburg, 16. März 1851. „Mein theuerster General! Aus Dresden sind bittere Klagen österreichischer Officiere hierher gelangt über das Betragen Meiner Officiere der Magdeburger Garnison gegen sie, beim österreichischen Durchzuge durch diese Festung. Die österreichischen Officiere erzählen, dass nicht blos kein kameradschaftliches Annähern irgend einer Art stattgefunden, sondern, dass sich deutlich die grösste Abneigung kund gegeben habe — ja, die meisten Meiner Officiere hätten, zur besseren Bekräftigung derselben, bei Begegnung auf den Strassen den österreichischen Gruss nicht einmal durch ein Zeichen des Wiedergrüssens erwidert ............ Ga nz abgesehen von der sträflichen Opposition gegen Meine Politik, die sich, wäre das alles wahr, darin ausspräche, wäre das Betragen jedes Officiers, vor Allem aber des preussischen, unwürdig. Es sei nun an dem aus Dresden Berichteten, wahr, unwahr oder übertrieben, was da wolle, so ist's und bleibt es klar, dass