Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Sehwarzenberg-Legeditscli. 121 die Begegnung Meiner Officiere gegen die kaiserlichen zu Magde­burg nicht das gewesen ist, was Ich erwartete und fordern muss. Das Legeditsch’sehe Corps gehört nämlich zur Armee von Italien unter FM. Grafen Radetzky. Die Thaten dieser Truppen aber glänzen, so lange es Armeen und Geschichten geben wird, nicht blos durch heldenmüthigste Tapferkeit und Grossthaten (welches auch von allen ehrliebenden Öfficieren der französischen Revolutions- Armee anerkannt werden muss), sondern sie sind vollbracht für die beste und heiligste Sache, für die der Treue, der Monarchie, der Ordnung, wider Meineid, rothe Rebellion und Umsturz alles Bestehenden. So lange es ein Preussen gibt, wird diese Sache immer die von Preussen selbst sein. Diese Umstände schreiben Öfficieren und Officiers-Corps das Betragen vor, welches Ich erwartete und nun, leider! für die Zu­kunft gebieten muss; das Betragen, welches die Officiere selbst und ihren Kriegsherrn durch sie ehrt. Ihrer eigenen Entrüstung, bester Hedemann, bin Ich gewiss, da Ich Ihr Rechtsgefühl und Ihren Tact kenne und so wird von Ihrer Seite das Nöthige bereits geschehen sein. Dennoch befehle Ich hiermit einen detaillierten, officiellen Bericht über die Vorfallenheiten beim österreichischen Durchzuge durch Magdeburg, vom General-Commando, IV. Armee- Corps. Ich erwarte den erschöpfendsten und gewissenhaftesten Be­richt und Namhaftmachung der Officiere, die sich etwa so uner­hört vergessen hätten, um sie der gerechten Verantwortung zu unterwerfen. “ gez. Friedrich Wilhelm. Eine vollständigere und würdigere Satisfaction, als diese, konnte wohl zur Wahrung des Ansehens der k. k. österreichischen Armee nicht gefordert und gewünscht werden und der Ausspruch des FML. Baron Prokesch, dass diese Angelegenheit somit als voll­ständig beigelegt zu erachten sei, erscheint sonach gewiss als in hohem Masse gerechtfertigt. Ungemein ehrenvoll und herzlich war hingegen der Empfang, welcher den kaiserlichen Truppen in Dresden bereitet wurde; Se. Majestät der König von Sachsen besichtigte sie eingehend und den k. k. Öfficieren widerfuhr die Ehre, zur Hoftafel gezogen zu werden.

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