Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeclitsch. weiteren Befehle erhalten wird. Ihre diesfälligen Verfügungen haben Sie Mir auf telegraphischem Wege im Vorhinein anzuzeigen.“ Da nun selbstverständlich auch nicht mehr auf eine Nachsendung der Brigade Sztankovich reflectiert wurde, kam es von der Marsch­bereitschaft derselben ab, doch blieb sie auf dem Kriegsstande. Im Einvernehmen mit FML. Baron Prokesch wurde die Brigade Martini zum Abrücken nach Böhmen bestimmt und deren Abtransportierung auf der preussischen und sächsischen Eisenbahn mit den Hauptstationen Magdeburg, Leipzig, Dresden, Prag verfügt. Major Meisrimmel des General-Quartiermeister-Stabes wurde auf dieser Linie zur Vorbereitung der Unterkunft und Ver­pflegung entsendet, da der strengen Kälte imd der geringen Leistungsfähigkeit der Bahnen wegen, in den bezeichneten Stationen Nachtquartiere genommen werden mussten. Zur Leitung der Ein­waggonierung in der Kopfstation Schwarzenbeck wurde der dem General - Quartiermeister - Stabe zugetheilte Oberlieutenant Baron Sacken dahin entsendet. Der Abmarsch hatte am 8. März begonnen; die Bewegung vollzog sich in der angeordneten Weise ohne Störung und die letzte Abtheilung traf am 15. in Prag ein. Magdeburg. Ein höchst unliebsamer Zwischenfall ergab sich nur bei dem Durchmärsche der k. k. Truppen in Magdeburg, welcher umso befremdender erschien, als das gute Einvernehmen zwischen Oesterreich und Preussen hergestellt und sonst überall das Bemühen, namentlich von Seite der Officiere beider Armeen, lebhaft hervortrat, diesem auch im Verkehre Rechnung zu tragen. FML. von Legeditsch berichtete über die Geschehnisse in Magdeburg nur: „Soviel ich in Erfahrung gebracht, ist der Empfang in Magdeburg, wo allerdings die nothwendigen dienstlichen Ein­leitungen getroffen worden waren, eben nicht besonders freundlich gewesen und sollen sogar gegen einzelne Officiere beleidigende Demon­strationen vorgekommen sein.“ Viel ernster wurde diese Angelegenheit in Berlin, namentlich von Seite Sr. Majestät des Königs aufgefasst, wie dies aus einem eigenhändigen, an den Commandierenden in Magdeburg GL. von Hedemann gerichteten Schreiben erhellt, von welchem FML. Frei-

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