Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

116 Sacken. Signorini übermittelt. Darin wurde insbesondere die Aufrechthaltung des guten Einvernehmens zwischen den verschiedenen Truppen der Garnison empfohlen. Weiters wurde darauf hingewiesen, dass die k. k. Truppen nicht als Executions-, sondern als Bundes- Truppen, nicht in Feindes-, sondern in Bundesland einrücken, endlich, dass die Bewohner Holsteins ebensowenig, als die schleswig- holsteinische Armee als Insurgenten zu betrachten und zu behandeln seien. „Es ist strengstens darüber zu wachen, dass das Verhalten der Officiere und Mannschaft, welche diesfalls genau zu belehren, mit diesen Weisungen nicht im Widerspruche stehe.“ Schon am 9. trafen 900 Mann dänischer Truppen, unter Commando des Obersten Gerlach als Besatzung des Kronen­werkes ein. Die Uebergabe des Kronenwerkes au die Dänen rief im Lande grosse Missstimmung hervor, man schloss daraus mit Recht auf das fernere Schicksal Holsteins. Altona, die bedeutendste Stadt Holsteins und die Schwester- Stadt Hamburgs, mit welchem es durch die Vorstadt letzterer, St. Pauli genannt, in Verbindung steht, war als Sitz des Corps- Connnandos, sowie als Garnison des Gros des Armee-Corps be­stimmt. Es ward dahin der Divisions-Stab Teimer, der Brigade- Stab Zobel und von der letzteren Brigade das Infanterie-Regiment Herzog von Wellington mit 3 Bataillonen, die 6pfünd. Batterie Kr. 9 und mit Zuziehung des benachbarten Ottensen die 12pfünd. Batterie Nr. 6 verlegt und rückten diese Truppen am 8. und 9. dort ein. Das Corps-Quartier übersiedelte am 17. Februar von Hamburg nach Altona. Der Senat von Hamburg sprach in einem Schreiben sein Bedauern über das baldige Scheiden des Corps-Connnandanten aus und fügte die anerkennendsten Worte über das Benehmen der k. k. Truppen in Hamburg bei. Es war unvermeidlich, auch einige der minder bedeutenden Orte in Holstein mit Truppen zu belegen, namentlich waren Cavallerie- Abtheilungen, sowie Abtheilungen des Trains und die Brücken- Equipagen in solchen Orten bequartiert. Als Landes-Commissär für Bequartierungs-Angelegenlieiten functionierte der Oberstlieutenant und ehemalige „Land- und See-Kriegs-Commissär“ von Willemoes- Suhn, welcher sich hiezu als besonders gut geeignet erwies.

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