Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)
FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851
Das österreichische Corps Schwarzehberg-Legeditsch. 117 Ungeachtet der wiederholten, allerdings nicht sehr ernst gemeinten Proteste musste auch die freie Hanse-Stadt Lübeck mit starkem Truppenbelage bedacht werden. Als Garnison dahin wurde der Stab der Division E. H. Leopold, Brigade-Stab Martini, dann 2 Bataillone E. H. Albrecht - Infanterie bestimmt. Die übrigen Truppen, sowie die Batterie dieser Brigade wurde theils in der Umgebung von Lübeck, theils auf Lauenburg'scliem Gebiete be- quartiert. Dort und im Mecklenburg’schen stand ein Theil der Oavallerie und die Munitions-Reserve. Somit war das ganze Corps Legeditsch derart vertheilt und dislociert, wie es mit Rücksicht auf die militärischen und politischen Verhältnisse, sowie auf die möglichst gute Unterkunft und Verpflegung der Truppen zweckmässig erschien. Unmittelbar nach dem Eintreffen des Erzherzogs Leopold in Lübeck erhielt derselbe auf telegraphischem Wege den Befehl Sr. Majestät des Kaisers, sich zu einem Besuche bei Sr. Majestät dem Könige von Preussen nach Berlin zu verfügen. Der Erzherzog unternahm diese Reise in Begleitung des Obersten v. Kiesewetter, Commandant von Graf Nugent-Infanterie und des Rittmeisters Prinzen Fürstenberg. Er wurde vom Könige und dem Hofe in Berlin mit Auszeichnung aufgenommen; am 15. kehrte der Erzherzog wieder nach Lübeck zurück. Die nun eintretende Ruhe und die grösstentheils gute, ja mitunter treffliche Verpflegung der Truppen war diesen in hohem Grade willkommen, denn sie befanden sich seit nahezu drei Monaten auf dem Marsche oder doch in Marschquartieren. Nun war es wieder möglich, die Rüstung, Waffen, Montur und Beschuhung, die in jener Zeit und bei der rauhen Witterung leiden mussten, vollständig in guten Stand zu bringen. Endlich war es höchst erwünscht, den inneren Dienstbetrieb, die Schulung und taktische Ausbildung wieder in reglementsmässiger Weise betreiben zu können und es war ohnehin nur der damals bestehenden längeren Dienstzeit unter der Fahne zu danken, dass bei den braven Truppen sich nicht die mindeste Lockerung der Disciplin und des soldatischen Geistes zeigte, wie dies die trefflich bestandene harte Prüfung, welche den kaiserlichen Truppen alsbald werden sollte, bewies. Auch auf die Marschleistung, sowie überhaupt auf die gute Durchführung des Zuges durch ganz Deutschland, konnte das