Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 115 lösung der schleswig-holsteinischen Armee und Evacuirung des Landes durch dieselbe zu nehmen sich veranlasst fand. Rendsburg, der Hauptwaffenplatz im Innern der Herzogtümer und die Eidei Linie verstärkend, besass nach veralteten Systemen erbaute, aber in gutem Zustande befindliche Befestigungen, die aus drei Theilen bestanden: die Altstadt, auf einer Insel der Eider ein bastioniertes Erdwerk mit starkem Aufzuge; das Kronen­werk, der Brückenkopf am rechten, nördlichen Ufer der Eider, mit zwei bastionierten Fronten: das Neuwerk am linken Eider-Ufer, die eigentliche Stadt mit fünf bastionierten Fronten umschliessend, durch Inundationen verstärkt. Um die Haltbarkeit des Platzes zu erhöhen und die Manövrierfreiheit zu sichern, liess General von Willisen, der frühere Ober-Commandant der schleswig-holsteini­schen Armee, denselben mit einem Gürtel von Feldverschanzungen umgeben, meist Redouten mit starkem Aufzuge und gemauerten Noyaux. * Der Platz war hinreichend mit Armierung versehen, die sich jedoch zu jener Zeit meist im Arsenal deponiert befand. Kasernen, wohl nur im Barackenstyle erbaut, doch in trefflichem Zustande, Depots, dann ein Lazareth waren vorhanden. Für Rendsburg waren als Besatzung bestimmt: zwei k. k. Ba­taillone (das 2. und 3. Bataillon Schwarzenberg-Infanterie und die k. k. Fuss-Batterie Nr. 12) unter Commando des GM. Signorini, zugleich Festungs-Commandant, dann zwei k. preussische Batail­lone (des 8. Leib - Regiments) unter Befehlen des Obersten von Manstein. Später stiess zu denselben noch eine k. preussische ßpfünd. Fuss-Batterie. Das Kronenwerk sollte von lc. dänischen Truppen besetzt werden. Ein österreichischer und ein preussischer Oflicier wurden nach Rendsburg beordert, um das Nothwendige über die Vertheilung der Quartiere und Kasernen, den abwechselnd von kaiserlichen und königlich preussischen Truppen zu bestreitenden Wachdienst, wegen Benützung der Uebungsplätze etc. zu verein­baren und wurde das Uebereinkommen in einem Protokolle fest­gestellt. Der Einmarsch der Besatzungs-Truppen erfolgte am 8. und 9. Februar. Das Corps-Commando hatte im Einvernehmen mit den Commissären für den Einmarsch, sowie für die Führung des Festungs-Commando's eine Instruction verfasst und dem GM.

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