Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 8. (Neue Folge, 1894)

FML. Freiherrn von Sacken: Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. Beitrag zur Geschichte der politischen Wirren in Deutschland Ende 1849-1851

Das österreichische Corps Schwarzenberg-Legeditsch. 103 gesetzt wurde, welche aber in der Folge, als sich das Gerücht verbreitete, dass die k. k. Truppen jede Insulte mit Gebrauch der Waffen zurückzuweisen Befehl hätten, durch eine Ermahnung zur Ruhe von Seite desselben Coniités modificiert wurde. In Göttingen hatten einige Studenten die einmarschierende Truppe mit dem Liede „Schleswig - Holstein“ empfangen, auch einige Pfiffe waren aus der Ferne hörbar, was ich jedoch zu ignorieren für gut fand, worauf auch Alles ganz ruhig ablief. Se. Maj. der König, dem die Sache zu Ohren gekommen, hat selbst den Wunsch ausgesprochen, man möge bei Wieder­holung ähnlicher Vorfälle auf energische Weise einschreiten und jede Art von Demonstration unterdrücken. Die Nothwendigkeit hierzu wird sich aber hoffentlich nicht ergeben. Das Landvolk ist fast durchgehends sehr gut gesinnt und dem Könige treu ergeben. Unsere Soldaten sind auf dem Lande vorzugsweise gut aufgenommen und von allen Seiten hört man das Lob ihrer Bescheidenheit und Genügsamkeit.“ Am Abend des 12. Januar traf Rittmeister Prinz Max Fürstenberg mit einer Depesche des kaiserl. Commissärs GM. Grafen Mensdorff im Hauptquartier ein, in welcher dieser bekannt gab: „Die Statthalterschaft in Kiel hat die friedliche Durch­führung der an sie gerichteten Forderungen übernommen; ein sehr beschleunigtes Vorrücken der Executions-Truppen erscheint daher nicht mehr dringlich, wenngleich nicht verbürgt werden kann, ob die Sache friedlich gelingt.“ Graf Mensdorff äusserto sich ferner, dass er über die Ver­wendung des Corps keine Weisungen habe und er sich diesfalls an den Fürsten Schwarzenberg wende. Dem Corps-Commando war erstere Nachricht insofern will­kommen, als dadurch die Möglichkeit geboten war, die ersten Echelons der Truppen in und bei Lüneburg zu sammeln, bis die Angelegenheit der Uebersclpffung der Elbe geregelt sei und diese dann ohne Ueberhastung stattfinden konnte. Das hannoverische Ministerium, von dieser Absicht ver­ständigt, erhob zwar so schwere Bedenken wegen der Ueberlastung des Landes, namentlich des Gebietes der Lüneburger Haide, dass sich FML. von Legeditsch veranlasst sah, seinen Generalstabs-Chef

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