Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792. 89 sehen, aus 400 Mann Infanterie, 2 Escadronen und 1 Batterie bestehenden Posten, mit welchem sich ein kurzes Feuergefecht entspann. Während desselben konnten Patrouillen hinter Maison rouge ein französisches Lager von 4—5000 Mann constatieren und aus den Aussagen von Gefangenen in Erfahrung bringen, dass Kellermann mit ungefähr 19.000 Mann hinter Metz auf den Höhen von Montigny, in dem sogenannten Lager von Frescati zwischen der Mosel und der Seille stehe. Bei Einbruch der Dunkelheit kehrte Prinz Waldeck in das Lager von Richemont zurück. Die längs der Orne streifenden österreichischen Patrouillen hatten an diesem Tage die Verbindung mit dem preussischen Detachement Köhler bei Eix hergestellt, nachdem in Briey zu dem gleichen Zwecke eine Chevauxlegers-Abtheilung postiert worden war. Durch die Recognoscierung des Prinzen Waldeck wurde wohl die Anwesenheit einer starken französischen Heeres-Abtheilung bei Metz constatiert, doch schien der Zustand dieser Armee ein solcher zu sein, dass man von derselben wenigstens vorläufig kaum eine Offensiv-Operation erwarten durfte. Eine Störung des Unternehmens auf Thionville war somit von dieser Seite nicht zu befürchten und Hohenlohe gedachte den Beginn der Beschiessung umsomehr bis zu dem Eintreffen der aus Longwy erwarteten schweren Geschütze zu verschieben, weil ein Näherrücken der auf den Höhen von Gentringen postierten Feld-Artillerie nur unter grossen Verlusten durchführbar gewesen wäre. Am 3. September traf die Schiffbrücke von Remich bei Königsmachern ein und Marschall de Castries überschritt mit 2000 Emigranten die Mosel, um die Abschliessung Thionville’s durch eine Aufstellung auf den Höhen von Ober - Jeutz (Haute- Yutz) zu vollenden. Eine österreichische Compagnie besetzte zur Herstellung der Verbindung mit den Emigranten das nächst Thionville gelegene Dorf Beauregard. An demselben Tage über- brachte eine preussisclie Patrouille die Nachricht von dem Falle Verdun’s. Auf den moralischen Eindruck dieses Ereignisses rechnend, wollte Hohenlohe mit der Beschiessung Thionville’s nun­mehr sofort beginnen und liess derselben nur noch am 4. Sep­tember die Aufforderung zur Uebergabe vorangehen. Sie war, dem zwischen dem Herzog von Braunschweig und den französischen Prinzen getroffenen Uebereinkommen entsprechend, von dem

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