Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

78 Hausenblas. Hohenlohe ungefähr 1000 Schritte von der nordwestlichen Ecke der Festungswerke bei La Colombe zwei Batterien errichten liess, die mit zwei lOpfündigen Haubitzen und acht lOpfündigen Mörsern armiert wurden. Diese Arbeit war um 10 Uhr Nachts beendet und eine Stunde später eröffneten die Batterien ein ziemlich wirkungsloses Feuer, welches aus der Festung nur schwach erwidert wurde. Um 1 Uhr Nachts machte ein heftiger Regen der Beschiessung ein Ende und löschte auch das an mehreren Orten der Stadt ausgebrochene Feuer. Die beiden Bedeckungs-Bataillone waren über Nacht in ihrer Auf­stellung geblieben. Bei Tagesanbruch wurde das Infanterie-Bataillon, welches bisher auf Kartätsch-Schussweite gestanden war, etwas zurück­gezogen und das Feuer wieder eröffnet, diesmal mit etwas besserem Erfolge. Die Festungsgeschütze erwiderten dasselbe mit grosser Lebhaftigkeit, vermochten dem Angreifer aber keinen nennens- werthen Schaden zuzufügen. Die Stadt gerieth abermals an ver­schiedenen Puncten in Brand und als am Abend des 22. August bei den Verbündeten Vorbereitungen sichtbar wurden, welche eine Fortsetzung der Beschiessung in der Nacht erwarten Hessen, stellte der Festungs-Commandant, von der eingeschüchterten Bürgerschaft genöthigt, Capitulations-Anträge, welche am 23. August Früh zum Abschluss gelangten. Unter der Bedingung, in diesem Feldzuge nicht mehr gegen die Verbündeten zu kämpfen, wurde der Be­satzung freier Abzug mit Gepäck in der Richtung Marville, Fontoy oder Mangiennes bewilligt, sie verhess den Platz am 24. August 9 Uhr Früh. Die nördlichen Thore, sowie die Haupt­wache wurden noch am 23. August durch das Grenadier-Bataillon Barthodeisky besetzt, während ein Bataillon Mathesen auf das Glacis rückte. ’) Der Festungs-Commandant, Oberst Legrand hatte sich nach bewirkter Uebergabe seiner Agenden an Generalmajor Smackers selbst den Tod gegeben. Nach dem Abmarsche der Franzosen wurde die Festung durch ein Bataillon Mathesen und das preussische Grenadier- Bataillon Thadden besetzt. 73 Geschütze, 3250 Gewehre, 1700 Wallmusketen, 4 Standarten, 4 Fahnen, sowie grosse Geld-, Munitions- und Verpflegs-Vorräthe fielen den Siegern in die Hände* 2) 1) K. A. 1792; YHI, 119 und XIH, 3. 2) K. A. 1792; YHI, 121.

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