Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 7. (Neue Folge, 1893)

Major Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VIII. Bande)

und am 14. September in Rhetel einzutreffen. Auch sandte Dumouriez den Artillerie-Oberstlieutenant Galbaud am 29. August mit 2 Bataillonen1) zur Verstärkung nach Verdun ab; „um sein Schicksal inniger mit jenem der Festung zu verknüpfen“ wurde Galbaud bei diesem Anlasse zum General ernannt. Der Zustand, in welchem Dumouriez die ehemalige Ardennen- Armee traf, flösste ihm indessen geringes Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit ein und schien ihm wenig geeignet, sie der tüchtigen und disciplinierten Armee der Verbündeten entgegen zu führen. Lebhafter als je fühlte er sich dadurch veranlasst, auf seinen früheren Plan zurückzukommen; bei der geringen Stärke der in Belgien stehenden kaiserlichen Streitkräfte glaubte er dort auch mit minderwerthigen Truppen auf Erfolge rechnen zu dürfen, zumal die revolutionär erregte Stimmung der Bevölkerung dem Einfalle eine wesentliche Unterstützung in Aussicht stellte.* 2) Noch am 29. August schrieb Dumouriez daher an Servan: „Verstärken Sie Kellermann bei Metz, ziehen Sie starke Kräfte bei Chalons zusammen, um die Uebergänge über die Marne zu vertheidigen und warten Sie unsere Erfolge in Belgien ab.“ 3) Um den Kriegsminister seinen Ansichten geneigter zu machen beschloss Dumouriez, dieselben auch durch einen Kriegsrath zum Ausdrucke bringen zu lassen. Dieser fand am 29. August statt und die GL. Dillon und Chazot, die Generale Money, Miaczynski, Dubouquet und Vonillers, der Genie-Oberst Lafitte-Clavé und der General-Adjutant Thouvenot wohnten demselben bei. Sie alle stimmten darin überein, „dass es nur ein Mittel gebe, Frankreich zu retten und dies sei eine grosse Diversion gegen die Nieder­lande. Der Gegner sei zu stark, um in der Front aufgehalten werden zu können, die Maas sei zwischen Verdun und Stenay an 64 Stellen durchfurtbar, bilde somit kein Hindemiss und könne vom Feinde zu beliebiger Zeit an jedem Orte überschritten werden.“ „Es bleibe nichts übrig, als nach Zurücklassung starker Garnisonen in Sédan und Montmedy den Krieg mit 40.000 Mann nach Belgien zu tragen. Die Armee von Sedan müsse gegen Brüssel, !) Inf.-Reg. Nr. 17 und das 2. Bataillon des Departements Saöne et Loire. 2) Chuquet II, 31. Dumouriez an Servan, 29. August 1792. 3) Chuquet II, 32. Mittheilungen des k. und k. Kriegs-Archivs. Neue Folge. VII. 7

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