Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. IV. Theil. Der nordöstliche Kriegsschauplatz in Galizien und der Bukowina - Vorgeschichte

Vorgeschichte. 7 erbitterte Kriege mit Brandenburg, besonders aber mit dem deutschen Ritter-Orden verwickelt war. Den Sieg in der ausserordentlich blutigen Schlacht bei Plowcze (27. September 1331) schrieben sich die Polen zu. Wladislaw I. starb hochbetagt im Jahre 1333. Wie bereits erwähnt, herrschte zu Ende des XIII. und An­fang des XIV. Jahrhunderts im Gebiete zwischen San und Desna Lew Danilowicz. Sein Bruder Mstislaw regierte über Wladimir. Lew’s Sohn Georg erbte Wladimir und nannte sich König von Russland. Ihm folgten 1315 die aus unbekanntem Geschlechte stammenden Brüder Lew und Andrej. In Halicz regierte 1327 Boleslaw von Masowien. Neben ihm drängten sich tatarische Häuptlinge in die Herrschaft ein, in Lemberg behauptete sich ein Fürst Georg und weite Landstriche gingen an Lithauen verloren. Wladislaw I. war Casimir III. (1333—1370) gefolgt. Dieser entsagte auf Schlesien zu Gunsten Johanns von Böhmen. Mit dem deutschen Orden schloss er 1343 den Frieden von Kalisz, dem 1349 ein Grenzvertrag mit Preussen folgte. Fr gewann das Lemberg- Haliczer Gebiet, vertrieb die Tataren von ihren Wohnsitzen am Dnjester, gewann Wladimir und ein ausgedehntes Gebiet am oberen Bug von Lithauen, endlich die Oberherrschaft über Maso­wien. Im Jahre 1364 ward eine Universität zu Krakau gegründet. Als Casimir III. 1370 starb, übernahm sein Schwestersohn, Ludwig der Grosse, König von Ungarn, die Regierung und erhielt durch die Zusicherung grosser Freiheiten an den Adel die Thronfolge für eine seiner Töchter zugesagt. Seine jüngere Tochter Hedwig musste, um das seit der mongolischen Herrschaft unabhängig gewordene und jetzt schon mächtige Lithauen mit Polen zu vereinigen, den Grossherzog von Lithauen, Jagelló, heiraten, der sich mit seinem Volke taufen liess und den Namen Wladislaw II. annahm. Polen und Lithauen blieb nun von 1386—1572 unter der Herrschaft der Jagellonen. Wladislaw II. (1386—1434) gab Lithauen eigene Gross­herzoge unter polnischer Oberheit. Die Ungarn wurden aus Roth- Russland und Halicz vertrieben, die Moldau unterwarf sich der Oberherrschaft Polens; Theile der Ukraine wurden gewonnen. In einem Streite mit dem deutschen Ritter-Orden wurde dieser in der Schlacht bei Tannenberg (Grünwald) am 15. Juli 1410 empfindlich geschlagen. Die Ungarn mussten 1412 den Polen die Zips pfandweise übex-lassen.

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