Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
Dános. Mediasch. Stolzenburg. Hermannstadt. des 2. März griff das Gros Puchner’s in den Kampf ein, welches die Ungarn zurückdrängte und ein auf der Strasse nach Mediasch liegendes Wirthshaus besetzte. Bem erstürmte zwar nach einem langen, blutigen Nahkampfe das Wirthshaus wieder, erlitt aber hiebei, namentlich durch die kaiserliche Artillerie, schwere Verluste. Die Oesterreicher gewannen das Wirthshaus abermals, gingen aber nach einem mehr als fünfstündigen Kampfe nach Kis-Kapus zurück, von wo sie später bis nach Frauendorf wichen. Bern bezog am Morgen des 3. März bei dem erwähnten Wirthshause eine starke Stellung, in welcher er in den ersten Nachmittagsstunden von FML. Puchner angegriffen und durch das mörderische Feuer der österreichischen Geschütze zum Weichen gezwungen ward. Er retirirte nach Mediasch und von dort über Elisabethstadt nach Schässburg, wo er die in der Nähe befindliche vortheilhafte Position noch durch Feldschanzen verstärken Hess, da er die Absicht hegte, diese Stellung so lange zu halten, bis ihm die aus dem Gebiete der Székler erwarteten Verstärkungen zugekommen sein würden. Erst am 8. März Morgens erfuhr er durch entsendete Patrouillen, dass die Kaiserlichen diesseits Holdvilág ständen und schwache Colonnen bis Prodt und Nagy-Szöllös vorgedrungen seien. Die Ungarn stellten sich hierauf in Schlachtordnung, FML. Puchner begnügte sich aber mit einem Vorstosse gegen Dános und ging am Abend auf die Höhen bei Holdvilág zurück, wo er bei Eintritt der Dunkelheit seine Wachfeuer in der Ausdehnung einer Meile anzünden liess. Am nächsten Morgen meldeten die ungarischen Patrouillen, dass die Oesterreicher Holdvilág verlassen und ihre Truppen in der vergangenen Nacht bereits Bese und Keresd passirt hätten. Bem war über den Umgehungsplan des Gegners sofort im Klaren, fasste rasch den Entschluss, gegen Hermannstadt vor- zudringen und befand sich am 10. März schon um 11 Uhr Mittags auf dem Marsche nach Mediasch. Ein von Puchner daselbst zurückgelassenes Bataillon wurde ohne Mühe verdrängt und theil- weise gefangen, worauf Bern den Weitermarsch nach Nagy-Selyk, das erst tief in der Nacht erreicht ward, fortsetzte. Am 11. März stiess die Vorhut Bem’s, unweit von Stolzenburg, auf ein Detachement Kosaken, welches nach einem kurzen Gefechte in die Flucht geschlagen wurde, und um 4 Uhr Nachmittags erschien das ungarische Corps in Schlachtordnung vor Hermannstadt und