Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 469 Vorrückung der kaiserlichen Truppen. Am 20. August hatten die Cernirungs - Truppen die Einschhessung von Komorn neuerdings vollendet. Der Commandant der Festung wurde aufgefordert, dem Beispiele Görgei’s zu folgen und zu capituliren. Klapka leimte dies ab, suchte aber um einen Waffenstillstand und um die Erlaubniss an, Officiere nach dem Banat zu senden, um sich von der Lage der Dinge zu überzeugen. Der Waffenstillstand wurde am 21. Au­gust, auf 14 Tage mit achtundvierzigstündiger Aufkündigung, ab­geschlossen. Das 2. Reserve-Corps unter FZM. Nugent erhielt die Weisung, aus der Gegend von Fünfkirchen nach Komorn vorzurücken und traf am 1. September mit seinem Gros am Czonczó-Bache ein. Gleichzeitig besetzte der russische General-Lieutenant Grabbe mit seinem Armee-Corps das linke Gran-Ufer von (J-Bars bis an die Donau. Die nunmehr zur Cernirung Komorns verfügbaren Streitkräfte bestanden aus dem 2. Armee-Corps unter FML. Csorich, 231/3 Bataillone, 7 Escadronen, 46 Geschütze und dem 2. Reserve- Corps unter FZM. Nugent, 2AV2 Bataillone, 15l/2 Escadronen, 24 Geschütze. Das russische Corps Grabbe zählte 16 Bataillone, 16 Escadronen und 56 Geschütze. FZM. Nugent, der das Com­mando über die zur Cernirung bestimmten österreichischen Truppen übernommen hatte, kündigte sofort den Waffenstillstand auf und hess am 4. September sämmtliche Truppen gegen die Festung vor­rücken. Er traf die zu einer eventuellen Belagerung nothwendigen Vorbereitungen mit voller Energie und liess die Festung von dem offenen Lande vollends absperren. Da alle Unterhandlungen mit Klapka bisher erfolglos geblieben waren, die vorgerückte Jahres­zeit den Krankenstand der Cernirungs-Truppen bedenklich steigerte und die Pacifieirung Ungarns durch den Widerstand der Festung Komorn unabsehbar hinausgeschoben wurde, ging FZM. Haynau, der am 26. September das Commando über die kaiserlichen Streit­kräfte vor Komorn übernommen hatte, auf die Forderungen Klapka’s ein. Am 28. wurde die Capitulation unterzeichnet und am 4. October befand sich die Festung, mit 519 Geschützen und allen Vorräthen in den Händen der österreichischen Truppen. 32*

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