Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
Der Krieg in Ungarn 1848—1849. 455 Uj-Bodrog fHodos). Lippa. gegen Uj-Bodrog hin durch Reiterei deckte. Obwohl die Position des Gegners eine gut gewählte wmr, beschloss FML. Schlik dennoch, sofort zum Angriffe überzugehen. Während Cavallerie-Detachements nach Breszt (Kreuzstätten) und Ibéd (Wiesenhaid) streiften, um die eigene rechte Flanke vor Umgehungen zu sichern und den Gegner zu täuschen, fuhr eine Zwülfpfünder-Batterie auf der Chaussée vor und eröffnete das Feuer auf die Mitte der feindlichen Stellung. Gleichzeitig ging GM. Reischach mit 2 Bataillonen gegen den am linken feindlichen Flügel befindlichen Wald vor, während andere 2 Bataillone gegen die Weingärten am rechten Flügel anstürmten und die Brigade Schneider als Unterstützung auf der Chaussée nachfolgte. Beide Puncte wurden im ersten Anlaufe genommen und nach einem halbstündigen Gefechte auch die dominirende Anhöhe hinter dem Walde erstürmt. FML. Schlik liess die Verfolgung des Feindes bis Uj-Arad ausdehnen und beim Eintritt der Dunkelheit die Festung Arad auf dem linken Ufer der Maros einschliessen. Inzwischen war das zur Erhaltung der Verbindung mit der Brigade Sartori bestimmte, aus 2 Escadronen und 4 Geschützen bestehende Detachement unter Major Boxberg über Uj-Bodrog vorgerückt, hatte dort die entgegenrückenden Husaren-Abtheilungen über den Haufen geworfen und ihnen zahlreiche Gefangene abgenommen. Görgei, der auf die Armee Dembinski’s zu stossen gehofft hatte und von den Vorgängen bei Temesvár noch keine Kenntniss besass, wollte am 11. August den Uebergangsversuch erneuern, mit seiner ganzen Armee die Maros passiren und in der Richtung auf Allios die österreichische Aufstellung umgehen. Die inzwischen einlangende Nachricht von der Schlacht bei Temesvár machte aber die Ausführung dieses Planes unmöglich. Für Görgei blieb jetzt nur noch der Ausweg übrig, über Radna und Lippa die Vereinigung mit den Resten der Armee Dembinski’s anzustreben. FZM. Baron Haynau hatte aber in der Voraussicht dieses Versuches schon am 10. August die Entsendung eines Detachements nach Lippa angeordnet. Als dieses unter Oberst Hoviger am 12. August Mittags bei Lippa anlangte, war bereits eine feindliche Abtheilung über den Fluss gegangen, um das Uebersetzen grösserer Massen und des Trains zu decken. Das Erscheinen Hovigers genügte jedoch, um die Truppen des Gegners zum eiligen Rückzuge über die Schiffbrücke zu veranlassen und einige Kanonenschüsse ver-