Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849

454 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Vinga. Dreispitz. (Säg, Segenthau). Gegen 3 Uhr Nachmittags hatte der FML. Rukavina mit 6 Escadronen, 4 Compagnien, 1 Schützen-Abtheilung und 1 Batterie unter Oberst Blomberg einen Ausfall aus dem Wiener-Thor unter­nehmen lassen. Blomberg durchbrach die feindliche Cernirungs- Linie, machte einige Gefangene und erbeutete 1 Fahne, 2 Muni­tions-Wagen und 17 Pferde, musste sich aber, da der Zeitpunct für den Ausfall nicht gut gewählt war, mit seinen Trophäen wieder in die Festung zurückziehen. Der Verlust der Oesterreicher und Russen in der Schlacht bei Temesvár betrug zusammen 108 Mann, jener der Ungarn hin­gegen 300 Mann an Todten und Verwundeten und 600 Gefangene. Mindestens 10.000 Mann verhessen ihre Fahnen und zerstreuten sich. Diese Schlacht warder letzte entscheidende Kampf dieses Feldzuges. Während sich die österreichische Haupt-Armee bei Kis- Becskerek concentrirte, rückte das 1. Armee-Corps unter FML. Schlik am 8. August von Csanád über Szent-Miklós bis Rácz- Szent-Péter und Perjámos vor und detachirte unter FML. Friedrich Liechtenstein eine Avantgarde gegen Majlátfalva, um am folgenden Tage über die von Temesvár gegen Arad ziehenden feindlichen Wagen-Colonnen herzufallen. Am 9. August wurde das Gros des 1. Armee-Corps über Monostor gegen Vinga dirigirt. Als dessen Vorhut am 10. August Vormittags auf der Höhe vor Vinga an­langte, traf sie auf eine grosse Wagen-Colonne, welche beim An­blick der österreichischen Truppen auseinanderfuhr und theils gegen Temesvár, theils gegen Arad zu entfliehen suchte. Die Reiterei verfolgte die gegen Arad abziehende Colonne und nahm derselben nach einem kurzen Gefechte 300 Gefangene ab. Ungarische Ab­theilungen, welche bei Féregyháza und Füskut aufgestellt waren, flüchteten beim Anzuge der Oesterreicher gegen Vinga, bei Lippa über die Maros und steigerten die beim Gegner bereits eingetretene Verwirrung noch mehr. Von Vinga richtete FML. Schlik seinen Marsch gegen Arad, um die Einschliessung dieser Festung auf dem linken Maros-Ufer zu bewirken. Auf Görgei’s Befehl debouchirte General Nagy-Sándor mit seinem wieder 8000 Mann und 40 Geschütze zählenden Corps aus Uj-Arad und formirte sich auf den Höhen von Dreispitz (Ság,. Segenthau) in Schlachtordnung, wobei er seine rechte Flanke

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