Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
446 Der Krieg in Ungarn 1848—1849. Ó-Besenyö. Flügel sammelte, statt mit dieser Masse über den Damm vorzubrechen und die österreichische Geschützlinie in der rechten Flanke zu fassen. Sobald das Feuer der ungarischen Geschütze an Heftigkeit abnahm, Hess FML. Franz Liechtenstein seine Truppen in Staffeln vom linken Flügel vorrücken. Die an der Tete befindliche Brigade Benedek fand die Verschanzung bereits vom Gegner verlassen, während die rechts von derselben vorrückende Brigade Jablonowski einige feindliche Bataillone mit dem Baj onnette vertrieb. Mittlerweile war die Abgrabung des Dammes durchgeführt und die Cavallerie-Division Bechtold rückte in Schlachtordnung gegen Szent-Iván vor, um sich von dort aus zur Ueberflüglang der ungarischen Reiterei links zu wenden. Es entspann sich nun ein hartnäckiges, aber etwas ungeordnetes Cavalleriegefecht, welches mit dem Rückzuge der ungarischen Cavallerie gegen Szöreg schloss. FML. Bechtold entwickelte seine Division zwischen diesem Orte und dem Damme, wurde aber durch die eingetretene Dunkelheit verhindert, die Verfolgung über Szöreg hinaus fortzusetzen. Der Feind, aus seinen Verschanzungen vertrieben und durch das Vorrücken des 3. Armee-Corps beunruhigt, trat seinen Rückzug in Eile an. Nur eine schwache Nachhut schien Szöreg noch halten zu wollen, wich aber, als FML. Liechtenstein zum Sturme vorging, ohne weiteren Widerstand nach Deszk zurück. Der kurze, aber entscheidende Kampf bei Szöreg war die erste Schlacht dieses Feldzuges, nach welcher der besiegte Gegner unablässig verfolgt werden konnte. Der österreichische Verlust bestand in 250 Mann, jener der Ungarn aus ungefähr 500 Todten und Verwundeten, 400 Gefangenen, welche Zahl in den nächsten Tagen auf mehrere Tausende stieg und 6 Geschützen. Am 6. August rückte das 4. Armee-Corps von Szöreg über Deszk nach Kis-Zombor, wo es mit dem bei Makó stehenden 1. Armee- Corps in Verbindung trat. Die russische Division Paniutine marschirte nach Klárafalva und die Cavallerie-Division, nunmehr unter dem Commando des FML. Wallmoden, nach Porgány und Keresztur. Das 3. Armee-Corps erhielt den Befehl, von Oroszhimos nach ( j-Be.'Cnyö und an den Aranka-Fluss vorzugehen. Eine Wegstunde vor O-Besenyö stiess die aus 2 Escadronen und 2 Geschützen bestehende Vorhut des 3. Corps auf den Feind, der einige Cavallerie-Abtheilungen entwickelte und zum Angriffe überging.