Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement (1892)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien - Der Krieg in Ungarn 1848-1849
Der Krieg in Ungarn 1848 — 1849. 447 GM. Veigel zog 3 Escadronen und 4 Geschütze zur Verstärkung heran und warf die Reiterei des Gegners auf ihre Haupt-Truppe zurück. Mittlerweile hatte sich das Gros des 3. Armee-Corps in Schlachtordnung formirt. Der Feind, allmählig bis auf 10 Escadronen verstärkt, rückte in drei Colonnen gegen die Stellung der Kaiserlichen vor. Er versuchte mit einer Colonne den rechten Flügel des 3. Corps zu umgehen, wurde aber durch eine dahin dirigirte Zwölfpfünder-Batterie zum Weichen gebracht. Nachdem auch der linke kaiserliche Flügel die Attaque des Gegners abgewiesen, zog sich der letztere gegen (»-Besenyő zurück, wohin GM. Veigel ihm folgte. Als FML. Ramberg sein Armee-Corps zum Angriffe auf die feindliche Stellung befehligte, verhess der Gegner dieselbe ohne nennenswerthen Widerstand und wurde, als die Cavallerie-Division auf dem linken Flügel des 3. Corps erschien, auch aus seinen weiteren Arriéregarde-Stellungen schnell vertrieben. Die Cavallerie-Division fand das Gefecht bereits entschieden, verhinderte aber durch ihr Eintreffen den vom Gegner beabsichtigten Rückzug nach Arad. Dembinski hoffte hinter dem Aranka-Flusse seine Vereinigung mit Kmety bewirken zu können, der am 6. August nur mehr einen starken Marsch von O-Besenyö entfernt stand. Der Angriff des 3. Armee-Corps vereitelte diese Pläne aber und Dembinski wurde auf die Rückzugslinie Albrechtsflur - Csatád beschränkt während Kmety seinen Weg über Hatzfeld und Gyertyároos nehmen musste. FML. Ramberg brach um 4 Uhr Nachmittags zur weiteren Verfolgung auf. Eine halbe Stunde vor Kis-Teremia (Albrechtsflur) traf er auf die Nachhut des Gegners, welche eben im Abkochen begriffen war. Das unerwartete Eintreffen des 3. Armee- Corps und ein gleichzeitig niedergehendes, heftiges Gewitter brachten die Ungarn in solche Verwirrung, dass sie in fluchtartiger Eile nach Nagy-Teremia (Marienfeld) zurückwichen. Bei der energischen Verfolgung wurden 700 Gefangene eingebracht, während der Verlust des 3. Armee-Corps am 6. August nur 14 Mann betrug. Am folgenden Tage führte Dembinski seine Armee in der Voraussetzung bis Csatád zurück, sich dort mit Kmety vereinigen und so lange behaupten zu können, bis Görgei aus Arad debouchirt sein werde. Er erhielt aber vom ungarischen Kriegsministerium die Kis-Teremia (Albrechtsflur).