Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

16 Haus enbbis. lonne halten und an selbe Brod, Branntwein und Fourage aus- theilen.1) Sobald GM. Happoncourt in Tournay von der Vorrückung der französischen Colonne Nachricht erhielt, liess er ein Bataillon des Infanterie-Regiments Clerfayt (Nr. 9), 4 Compagnien des Oberstens- Bataillons d’Alton (Nr. 15) und zwei Compagnien des Infanterie- Regiments de Ligne (Nr. 30) unter Oberst Freiherrn von Vogel­sang, nebst 4 Escadronen des Chevauxlegers - Regiments Latour unter Oberst von Pforzheim gegen Marquain Vorgehen.2) Dillon glaubte die ganze Besatzung von Tournay vor sich und somit seine Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Oesterreicher bei Tournay von der Colonne Biron abzuziehen, erfüllt zu haben und gab Befehl zum Rückmarsch seiner Truppen. Zur Deckung desselben schickte er seine Cavallerie dem GM. Happoncourt entgegen, während mehrere Grenadier-Compagnien und einige Geschütze am Gst-Ausgange von Baisieux Stellung nehmen sollten, um die Ca­vallerie später aufzunehmen. Die Cavallerie Dillon’s erwartete auf einer Anhöhe westlich Marquain die Oesterreicher. Ueber den Verlauf des Gefechtes berichtet GM. Happoncourt: „Mit diesem Corps wurde vorgerückt, die Scharfschützen drangen wieder vor und die Infanterie und Cavallerie waren der- gestalten angeführt, dass sie den Feind bald überflügelten und eine sehr vortheilhafte Position fassten.“ „Alsdann wurden etwa 12 Kanonenschüsse auf sie ge­macht, auf selbe sind sie sogleich, ohne dass weder Infanterie mit dem Gewehr, noch die Cavallerie selbe erreichen konnten, in die Flucht gesetzt worden. Mit der grössten Ordnung und klingendem Spiele wurde nachgefolgt und der Feind über unsere Grenzen getrieben, wo alsdann angehalten wurde, ohne auf jen­seitiges Gebiet zu gehen.“ Auf ihrer Flucht nach Lille liessen die Franzosen 4 Ka­nonen, den grössten Theil ihrer Bagage, viele Gewehre, Schanz­zeug und 37 Gefangene in den Händen der Oesterreicher. Die Verluste würden bedeutend grösser gewesen sein, wenn die Ver­folgung über die Grenze hinaus energisch fortgesetzt worden wäre. !) Fougart et Finot I, 42. 2) Siehe Tafel VIII, Skizze 3.

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