Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

Vormarsch Lafayette’s gegen Givet.1 1 2) General Lafayette hatte erst am 24. April in Metz die neuen Instructionen erhalten,3) welche ihm vorschrieben, 6000 Mann bei Longwy zu vereinigen, mit diesen die Verbindung zwischen Luxem­burg und den Niederlanden zu unterbinden, mit 10.000 Mann, 1 j K. A. 1792; V, 41/,. Vergleiche Marsch-Tableau. 2) Siehe Mittheilungen. V. Band, Seite 104. 3) Siehe Operationsplan. Mitth. des k. und k. Kriegs-Archivs, Neue Folge. VI. 2 General Dillon bemühte sich umsonst, die Seinigen noch einmal zum Stehen zu bringen; er wurde vom Strome fortgerissen, von seinen eigenen Soldaten verwundet und vom Pöbel in Lille, der durch das Geschrei der Soldaten über Verrath in Wuth gekommen war, auf das Grausamste ermordet. Den Oesterreichern hatte dieser leichte Sieg nicht einen Mann gekostet; selbst den gefangenen Scharfschützen war es gelungen, in der allgemeinen Verwirrung wieder zu entkommen. Am Nachmittage rückten die Truppen des GM. Happoncourt in Tournay ein, wo sie die Bevölkerung trotz ihres Radicalismus und ihrer offenkundigen Sympathien für die Revolution mit dem Rufe: „Vivent les troupes autrichienne“ begrüsste. Die erbeuteten Vorräthe wurden an die Mannschaft und an die Bauern ausgetheilt. In Tournay trafen jetzt noch die Leib-Bataillone von Franz Ulrich Kinsky (Nr. 36) und Württemberg (Nr. 38), die beiden Grenadier-Bataillone Leuwen und Barthodeisky, sowie die 2. Majors- Division von Blankenstein-Husaren ein, über welche Truppen FML. Latour das Commando übernahm. *) Auf dem äussersten linken Flügel des Feindes; war der französische General Carle mit 1400 Mann und 240 Reitern am 29. April von Dünkirchen nach Furnes vorgerückt mit der Auf­gabe, die Bevölkerung Flanderns zu revolutioniren und einer ent­stehenden Bewegung einen festen Rückhalt zu bieten. Da jedoch die Bewohner von Flandern sich ruhig verhielten, verhess General Carle nach der Nachricht von den Unfällen bei Mons und Tournay sofort wieder das kaiserliche Gebiet und gieng in seine vorige Stellung zurück.

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