Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

Der Feldzug in den Niederlanden 1792. 113 von Montmédy, wo er bei Villers le Rond zwischen erstgenanntem Orte und Longuion am 21. Juli ein Lager bezog. Von hier aus verstärkte er die Grandson von Longwy, besetzte Tiercelet und schob ungefähr 8000 Mann unter General Lavenneur nach Virton in der Richtung auf Arlon vor,r) um durch diese scheinbare Thätigkeit die Schritte zu verhüllen, die er für sein gewagtes Doppelspiel in Paris noch immer für nöthig hielt. Das Resultat dieser Unternehmung auf Virton war nun freilich weder glänzend, noch geeignet, die lästige Aufmerksamkeit der National-Versamm­lung von Lafayette’s Umtrieben ahzulenken. Am 26. Juli rückten zwei starke französische Colonnen von Longwy und Virton gegen Arlon vor.* 2) Die Vorhut der gegen 4000 Mann starken rechten Colonne stiess gegen 8 Uhr Früh auf den österreichischen Posten bei Türpingen, wo ungefähr 130 kaiserliche Husaren vom Regi­mente Esterházy unter Rittmeister Szábo die französischen Vor­truppen über 2 Stunden beschäftigten, worauf der Feind, ohne einen ernstlichen Angriff unternommen zu haben, wieder umkehrte und gegen Virton zurückging.3) Die linke französische Colonne rückte gegen den kaiserlichen Posten von St. Legers vor, wo sich nur eine Escadron Esterházy - Husaren befand und wohin, auf die Nachricht von dem Anrücken von ungefähr 8000 Franzosen, auch der Regiments - Commandant Oberst Devay, geeilt war. Oberst Devay leitete das Gefecht ein, indem er die zur Stelle befindliche Escadron gegen eine vorgeschobene, ungefähr gleich starke feind­liche Husaren-Abtheilung attaquiren Hess. Der Gegner wurde geworfen und zog sich auf seine Infanterie, welche in Getreide­feldern und einigen Wald-Parcellen gedeckt aufgestellt war, zurück. Die kaiserlichen Husaren geriethen bei der hitzigen Verfolgung in diesen Hinterhalt und verloren einen Officier und einige Reiter; gleichzeitig: führte der Feind 7 Geschütze vor und Hess seine CavaUerie, sowie Infanterie aufmarschiren. Oberst Devay entzog nun seine Escadron dem feindlichen Feuer und wurde von dem Leib-Bataillon Stuart (Nr. 18) aufgenommen, das mittlerweile herbeigeeilt war und nun die Husaren durch das Feuer seiner beiden Geschütze deckte. Auf die ersten Schüsse der österreichischen !) K. A. 1792; VII, 100, 113 und Tableau historique II, 59. 2) Siehe Tafel IX, Skizze 11. 3) K. A. 1792; VII, 113. Mitth. des k. und k. Kriegs-Archivs, Neue Folge. VI. 8

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