Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
316 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Kieyi. Predeal. Suits. Bodza-Pass. fr Vajdeni. Das galizische Corps konnte seine Winterquartiere nun ungehindert in der Walachei beziehen. Das Corps in Siebenbürgen war in seinen Operationen abhängig von den Dispositionen des Prinzen Coburg. Gleichwohl entwickelte Fürst Hohenlohe eine ganz aussergewöhnliche Thätigkeit, welcher es zu danken war, dass von den zahlreichen Angriffen der Türken auf die Besatzungen der Grenzpässe kein einziger gelang, und das Land von jeder Invasion und Verwüstung durch den Feind verschont blieb. Mit dem Eintritte der besseren Witterung im Monate März zog Hohenlohe seine Truppen aus den Cantonnements nach den wichtigsten Puncten zusammen. Er bildete bei Hátszeg, Hermannstadt und Kronstadt drei Hauptgruppen zum Schutze der diesen Puncten nächstgelegenen Gebirgs-Uebergänge, während das Hauptquartier in Hermannstadt verblieb Die Stellungen im Gebirge wurden stark verschanzt, geschlossene Redouten und Minen angelegt und entsprechende Reserven in Bereitschaft gehalten. Fűiden Fall, dass Siebenbürgen von einem Hauptangriff des Gegners bedroht werden sollte, hatte der Kaiser angeordnet, dass das bei Karánsebes stehende Gros des Corps Clerfayt (acht Bataillone, sechs Escadronen) zur Verstärkung nach Siebenbürgen abzurücken habe. Die Angriffe des Gegners bei Kieyi am 27. April und 1. Mai, auf die Schanzen am Predeal am 15. Juli, Suits bei Kimpulung am 17. Juli u. a. a. 0. wurden siegreich abgewiesen, aber erst der Sieg Coburg’s bei Focsani und die bereits erwähnte Schlappe, welche 8000 Türken am 3. August bei einem Angriffe auf den Pass von Bodza erlitten, hatten das Zurückweichen des Feindes von der Landesgrenze zur Folge. Der folgende Sieg der Alliirten bei Martinesti verminderte die Gefahr für Siebenbürgen von dieser Seite her noch mehr und Hohenlohe konnte sich dem Westen zuwenden, wo eben ein türkisches Corps im Begriffe war, von Krajova aus über den Vulkan-Pass einzubrechen. Dieses wurde am 7. und 8. October bei Vajdeni (Porceni) entscheidend geschlagen und verlor an Todten und Verwundeten 1000 Mann, dann 6 Geschütze und 40 Fahnen. Dieser Erfolg und jene der benachbarten Corps veranlassten Hohenlohe, in die kleine Walachei vorzurücken. Anfangs November gingen die Truppen in vier Colonnen über den