Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug1 1790. 317 Vulkan-, Rothenthurm-, Törzburger- und Tömöser-Pass dahin vor, wo sie zu ihrem grössten Theile auch die Winterquartiere bezogen. Feldzug 175)0. Quellen: Wie bereits angegeben. Oesterreich und die Türkei bedurften des Friedens in gleicher Weise und unterhandelten über einen solchen. Für den ersteren Staat war er zu einer Noth Wendigkeit geworden, da mit Sicherheit vorauszusehen war, dass Preussen, mit Polen vereint, im Frühjahre 1790 zum Angriffe gegen Oesterreich schreiten werde. Die Türkei wieder war erschöpft und hatte im letzten Jahre schwere Nieder­lagen erlitten, rechnete aber anderseits auf ein Eingreifen Preussens und zog, um dieses zu erreichen, die Verhandlungen in die Länge. Unter solchen Verhältnissen mussten die Vorkehrungen mit Be­schleunigung getroffen werden, um die Armee für das Frühjahr mit allem Nöthigen auszurüsten. Es sollten 39 Bataillone und 38 Cavallerie-Divisionen gegen Preussen und Polen herangezogen, 36 Bataillone und 16 Cavallerie-Divisionen gegen die Türkei ver­fügbar belassen werden. Der lebensgefährlich erkrankte Kaiser Josef II. hatte das Commando über die gegen Preussen bestimmten Truppen dem FM. Laudon übertragen. Schon am 20. Februar 1790 starb Josef II. jedoch und sein Nachfolger Leopold II. war vor Allem bestrebt, eine Verständigung mit Preussen anzubahnen und die drohendste Gefahr von der Monarchie abzuwenden. Mittlerweile hatten die Feindseligkeiten im Süden indessen schon längst begonnen. Obristlieutenant Liptay säuberte durch das glückliche Gefecht bei Negotin am 6. Januar die Kraina vom Feinde und vereiltete die von diesem beabsichtigte Verproviantirung von Orsova. Wenige Wochen später, am 23. Januar, wurde bei Krstinja in Croatien ein Angriff des Feindes abgeschlagen. An der Morava wurde nach einem siegreichen Gefechte am 6. April Aleksinac besetzt, an der Donau am 12. April ein türkisches Corps bei Calafatu und bei Mogureni, am 13. Mai die feindliche Besatzung von Turnul geschlagen. Am 16. April capitulirte Orsova, dagegen scheiterte eine Unternehmung auf Giurgevo, das Coburg seit dem 2. Juni belagert hielt, durch einen am 8. Juni Negotin. Krstinja. Aleksinac. Calafatu. Mogureni. Turnul. Orsova. Giurgevo-

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