Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1789. 315 Rimna-Bach. Martinesti. Oinaca. Gleichzeitig sammelten sich bei Buzéü ansehnliche feindliche Streit­kräfte, mit welchen die kaiserliche Reiterei am 19. September an dem Rimna-Bache ein siegreiches Gefecht bestand. Coburg sandte Eilboten an Suwarow, um diesen, der im Begriffe stand, nach Galatz vorzurücken, um Unterstützung zu bitten. Am 21. September traf Suwarow mit 7000 Russen im Lager der Kaiserlichen am linken Ufer des Milkow-Flusses (südlich von Focsani) ein. Obwohl die Armee des Grossveziers auf 100.00O Mann geschätzt wurde und sich bei Martinesti und Tirgu-Kukului (Plainesci) in einer ver­schanzten, trefflich gewählten Stellung befand, gingen die kaum 23.000 Mann starken Verbündeten am 22. September dennoch zum Angriffe vor. Der Grossvezier wurde in einem erbitterten, wieder­holt schwankenden Kampfe geschlagen und verlor 5100 Mann (eine noch grössere Anzahl soll im Rimnik-Flusse ertrunken sein), 100 Fahnen, 71 Geschütze, 6 Mörser, 2000 Wagen u. s. w. Dagegen hatten die Kaiserlichen an Todten und Verwundeten nur 233 Mann eingebüsst. Den Siegern stand der Weg in die Walachei offen, da der Grossvezier nach Silistria retirirte und unterwegs-von einem Theile seiner Truppen verlassen wurde; allein Suwarow ward zum zweiten Mal abberufen und marschirte nach Tekucz am Berlad-Flusse. Da auf eine weitere Unterstützung von Seite der Russen so bald nicht mehr zu rechnen war und Regenwetter die Operationen in einem von zahlreichen Gewässern durchzogenen Lande sehr erschwerte, beschloss der Prinz von Coburg, seine Truppen zwischen Focsani und Roman in Winterquartiere zu verlegen. Im Begriffe, dieses Vorhaben auszuführen, erhielt der seit der Schlacht von Martinesti zum Feldmarschall beförderte Prinz von Laudon den Befehl, mit dem galizischen Corps, so weit als möglich, in die Walachei vor­zurücken. Coburg sicherte demselben den Nachschub der nöthigen Verpflegung und wandte sich hierauf gegen Bukarest, in welche Stadt er am 10. November einzog. Zwei Tage später unternahm Obristlieutenant Kienmayr mit 500 Mann des Arnauten-Freicorps, 300 Husaren und zwei Geschützen einen Streifzug gegen Oinaca (unweit Giurgevo), nahm hier am 14. November den Wojwoden Jussuf Pascha, der Giurgevo mit Lebensmitteln versehen sollte, und sieben andere vornehme Türken gefangen und kehrte mit ansehnlichen erbeuteten Viehheerden und ganz ohne Verlust zurück.

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