Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1789. 313 bei Recheuci über den Trotusu, drückten die kaiserlichen Vorposten zurück und zwangen 100 Husaren, welche zu deren Unterstützung vorrückten, zum Weichen. Als Obrist Karaiczay mit allen seinen verfügbaren Truppen vorging, befand sich der Feind, welcher nur eine Recognoscirung beabsichtigt hatte, bereits im Rückzuge. Am Vormittage des 19. April meldeten die Vorposten, dass 5000 Türken auf der gegen Adschud (Agiudu-nuou) führenden Strasse erschienen seien. Obrist Karaiczay traf sofort Anstalten, um den Feind in der gutgewählten Stellung vorwärts von Vale Seca zu empfangen. Die Husaren mussten zwar vor der Wucht des feindlichen Angriffes weichen und zogen sich gegen die linke Flanke des Fussvolkes zurück, wodurch aber die Artillerie Gelegenheit erhielt, in Thätigkeit zu treten. Die Türken entzogen sich rasch dem Geschützfeuer und warfen sich zum zweiten Male auf die Husaren, wurden von diesen aber mit grosser Bravour zurückgeschlagen. Ein dritter Angriff des Feindes gegen die beim Kirchhofe aufgestellten drei Compagnien scheiterte an dem Gewehrfeuer derselben und einer abermaligen glänzenden Gegen- Attaque der Husaren. Die Türken, welche 40 Todte auf dem Platze liessen, brachen nunmehr den Kampf ab. Der Verlust der Kaiserlichen, die zwei Fahnen erbeuteten, bezifferte sich auf 49 Mann an Todten und Verwundeten. Als Coburg die Nachricht von dem glücklichen Gefechte der russischen Division Derfelden bei Maximeni und von deren Marsch nach Galatz erhalten hatte, entschloss er sich, auf erneuerte Aufforderung der Russen, einen Theil seines Corps nach Focsani Vorgehen zu lassen. Ein Befehl des Kaisers jedoch, der dem Prinzen auftrug, bei guter Zeit nach der Bukowina zurückzugehen, da von den Operationen der Russen nur ein geringer Erfolg erwartet werden dürfe, veranlasste Coburg von der beabsichtigten Detachirung wieder abzustehen. General Derfelden nahm mittlerweile Galatz ein, musste aber, da die Kaiserlichen Focsani nicht besetzten, wieder nach Berlad zurückweichen. Das Corps Coburg bezog ein vortheilhaftes Lager bei Podu Bezedy und später bei Parawa, zwischen dem Seret und dem unteren Trotusu auf der Strasse zwischen Roman und F ocsani. Während dieser Zeit waren im Commando der russischen »Süd Armee« wichtige Veränderungen erfolgt. Fürst Potemkin Recheuci. Vale Seca.