Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
812 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Priboj. Be^ovopolje Redoute und verbrannte das Blockbaus. Drei Tage später, am 7. November, griffen 2000 Türken die Schanze von Priboj an, zogen sich aber bei Eintritt der Dämmerung wieder gegen Zeljava zurück. Am folgenden Tage erschienen sie mit drei Kanonen und einem Mörser abermals vor der Schanze, welche bis gegen Abend überaus lebhaft beschossen wurde. Ein bei Eintritt der Dunkelheit von der Besatzung, welche ungeachtet des heftigen Feuerns nur 21 Mann verloren hatte, unternommener Ausfall trieb die Türken wieder bis Zeljava zurück. Nach dem Abzüge des Paschas von Scutari trat in den Grenzbezirken verhältnissmässig Ruhe ein. Das letzte grössere Gefecht fand am 21. November in der Gegend von Begovopolje statt. In diesem leisteten 150 Mann unter Oberlieutenant Borojevic tapferen und erfolgreichen Widerstand gegen 400 Türken, welche letzteren schliesslich gegen Prjedor retiriren mussten. Das galizische Armee-Corps des Prinzen Coburg lag im Beginne des Jahres in den Winterquartieren auf dem rechten Ufer des Seret, hatte die Front durch die Bistritz gedeckt und seine Vorposten bis an den Trotusu vorgeschoben. Drohende Bewegungen des Feindes aus der Walachei her gegen die Front der kaiserlichen Truppen erheischten im Anfänge des Monats März die Con- centrirung eines Theiles des Corps bei Bacäu. Um diese Zeit forderte der russische Feldmarschall Rumjanzow, der mit seinem rechten Flügel unter dem General Derfelden die Gegend zwischen Berlad und dem Pruth säubern sollte, den Prinzen auf, durch die Besetzung von Focsani die rechte Flanke des erwähnten Flügels zu decken. Coburg, dem vom Kaiser grosse Vorsicht zur Pflicht gemacht worden war, lehnte ab, da er sich nicht zu weit von Siebenbürgen entfernen wollte. Diese Handlungsweise des Prinzen wurde bald durch die Ereignisse gerechtfertigt. Obrist Karaiczay meldete am 10. April, dass der Feind nur durch das eingetretene Hochwasser verhindert würde, eine bei Recheuci (unweit von Petrascani) über den Trotusu geschlagene Brücke zu vollenden. GM. Schmerzing erhielt hierauf den Befehl, im Falle, als ein Angriff auf die bei Bacäu stehenden Truppen erfolgen sollte, mit drei Bataillonen und zwei Escadronen Husaren sofort auf das rechte Ufer der Bistritz zu rücken. In der Nacht auf den 14. April gingen thatsächlieh 4000 feindliche Reiter