Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

308 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Neu-Orsova. Kladova. um den an der Kolubara stehenden GM. Chernel zu verstärken. Am 13. October liess der commandirende General noch zwei Es- cadronen Husaren und drei Geschütze dahin nachfolgen, während drei Bataillone, zwei Escadronen Husaren und drei Geschütze nach Sremeica abrückten. FM. Wallis traf am 22. October von Wien in Belgrad ein, um den Oberbefehl über die dortigen Truppen zu übernehmen und FM. Laudon, der noch in diesem Jahre Orsova nehmen wollte, ging am 28. nach Weisskirchen ab. Als der Feldmarschall am 1. November vor Neu-Orsova anlangte, hatte FML. Wartens­leben bereits Vorbereitungen zur Beschiessung der von 800 Türken besetzten Festung getroffen und drei Batterien vollendet. Orsova, an und für sich ein Platz von ansehnlicher Stärke, unterhielt ausserdem noch die Verbindung mit Jussuf Pascha, dem Seraskier von Vidin, der mit 8000 Mann bei Kladova stand. FM. Laudon beschloss daher, den Pascha zu vertreiben und liess einen bis dahin unfahrbaren, höchst beschwerlichen Weg, der auf dem rechten Donau-Ufer von dem Dorfe Kobilova über das Gebirge nach Kladova führte, praktikabel machen. Kaum hatte Jussuf Pascha von diesen Angriffsvorbereitungen erfahren, als er das Schloss von Kladova durch eine schwache Besatzung sicherte und mit den übrigen Truppen gegen Vidin abzog. Am 6. November führte GM. Fabri zwei Bataillone, sechs Escadronen und zwölf Geschütze bei Kobilova über die Donau und erschien, durch Regengüsse und die schlechten Wege vielfach aufgehalten, am 9. vor Kladova. Die Besatzung liess sich sofort in Unterhandlungen ein und übergab das Schloss mit 31 Kanonen und namhaften Vorräthen an Munition und Proviant noch an demselben Tage den Kaiserlichen. Als die Garnison von Orsova die Aufforderung zur Capitulation abgelehnt hatte, liess der Feldmarschall in der Nacht auf den 9. November bei Varciorova mit der Aushebung der Laufgräben beginnen. Die Beschiessung blieb jedoch ohne besondere Wirkung und da die Jahreszeit die Fortsetzung einer regelmässigen Belagerung nicht mehr gestattete, so beliess FM. Laudon 600 Mann unter dem Obristen Auersperg auf dem Berge Allion, um Orsova in Schach zu halten und legte die übrigen Truppen am 12. November in Winterquartiere. In der Umgebung von Neu-Orsova blieb es bis gegen Ende December ruhig. Da aber drängte Kara-Mustapha,

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