Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1789. 309 Pascha von Vidin, die Kaiserlichen aus der Kraina am Timok und wollte hierauf Kladova wegnehmen, um die Verbindung mit Orsova herzustellen. Der am 29. December unternommene Angriff der Türken auf Kladova scheiterte jedoch und wenige Tage später wurde der Feind wieder vertrieben und von den Kaiserlichen auch die Kraina mit der Timok-Linie wieder gewonnen. Die zur Vertreibung des Feindes von der Drina bestimmte Abtheilung passirte am 18. und 19. October auf Schiffen die Save v und lagerte hierauf unweit von Sabac. Auf dem Weitermarsche wurde der Flecken Lesnica verlassen gefunden, unweit desselben jedoch, nächst Lipnic, stiess Obrist Davidovich am 22. October in einem mit dichtem Gestrüpp bedeckten Terrain ganz unvor­bereitet auf eine starke türkische Abtheilung. Die Truppen ge- riethen in Schwanken, bald aber stellten die Husaren das Gefecht her und zwangen den Gegner, welcher 15 Mann auf dem Platze gelassen hatte, zum Rückzuge. Als Davidovich sich am 24. October bei Loznica mit der Vorhut des GM. Chernel vereinigte, fand er auch diesen Ort geräumt. Nach einer Rast von drei Tagen marschirte GM. Chernel am 28. October bis unter die Geschütze von Zvornik, erkannte aber sofort, dass seine Mittel nicht hin­reichten, um gegen diesen Platz etwas unternehmen zu können. Er wollte seine Expedition aber doch mit einem Erfolge abschliessen und entschied sich daher, das feste Bergschloss Sokol wegzu­nehmen. Am 2. November erschienen die Kaiserlichen vor dieser Feste und begannen den Ort und das Schloss zu beschiessen. Ersterer ging in Flammen auf, aber gegen das stark gebaute Schloss erwies sich die Wirkung der Feldgeschütze als unzureichend. Die Auf­forderung zur Uebergabe blieb daher erfolglos, besonders da am 6. November 400 Türken von Srebrenica zum Entsätze anrückten. Diese erhielten bald weitere Verstärkungen und gingen am 8. No­vember zum Angriffe über. Obrist Davidovich schlug diesen zwar zurück, aber GM. Chernel erkannte unter solchen Verhältnissen die Fortsetzung der Belagerung als unmöglich und trat am folgen­den Tage den Rückzug an, den der Feind ungestört liess. Am 11. November stand die ganze Abtheilung wieder in Loznica, wo sie bis zum 25. verblieb, um dann über die Save und in die Winterquartiere zu marschiren. Kladova. Lipnic. Sokol. 22*

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