Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

298 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. kräfte ansehnlich zn verstärken. Am 12. März erfolgte der Vor- stoss des rechten Flügels des galizischen Corps in die Moldau, während das Gros nordöstlich von Czernowitz auf dem linken Ufer des Pruth Stellung nahm, um in dieser die Russen zu erwarten. Coburg hatte beim russischen FM. Rumjanzow Unterstützung an­gesprochen, wurde aber mit Versprechungen hingehalten, wes­halb die Unternehmung gegen Chotim nicht allein eine bedeutende Verzögerung erfuhr, sondern der Prinz auch genöthigt war, einzelne Angriffe der bei Chotim concentrirten türkischen Truppen abzu­wehren. Nach einigen kleinen Gefechten besetzte der rechte Flügel des Corps am 19. April Jassy, wodurch die Verbindung der Festung Chotim mit der operirenden feindlichen Armee unterbrochen ward. Anfangs Mai begann der Prinz Coburg seine Operationen gegen Chotim und nach mehreren heftigen Zusammenstössen mit den türkischen Truppen wurden diese in den eigentlichen Festungsrayon zurückgedrängt. Als die russische Division Soltikow den Dniester passirt und sich mit den Kaiserlichen vereinigt hatte, erfolgte am 2. Juli die vollständige Einschliessung der Festung. An demselben Tage mussten die österreichischen Truppen unter GM. Fabri aber Jassy wieder räumen, da ein Cops von 20.000 Türken und Tataren unter Manuel Rosset, dem neuernannten Hospodar der Moldau, gegen die Stadt anrückte und, da an einen Widerstand gegen solche Uebermacht nicht zu denken war, ohne Kampf besetzte. Erst als zu den österreichischen Truppen eine russische Division gestossen war, nahmen die Verbündeten am 3. September Jassy wieder in Besitz, ohne dass der Feind wesentlichen Widerstand geleistet hätte. Wenige Wochen später, am 19. September, capitulirte nach einer längeren Beschiessung und nach zahlreichen Gefechten auch Chotim. Chotim und wurde für Oesterreich in Besitz genommen. Nach diesem Erfolge befahl der Kaiser, dass das Gros des Corps Coburg nach Siebenbürgen zu marschiren und sich mit dem dortigen Armee- Corps zu vereinigen hätte. FML. Splényi, der die nach Siebenbürgen bestimmten Truppen befehligte, traf am 30. September in Bacäu ein. Da türkische Abtheilungen von Focsani aus weitausgreifende Streifungen unternahmen, sah sich der Feldmarschall-Lieutenant veranlasst, seinen Marsch im Thal des Seret, von welchem aus die Pässe von Gyimes und Ojtos am erfolgreichsten gesichert werden konnten,

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