Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Feldzug 1788. 299 nur langsam fortzusetzen. Aus diesem Grunde standen die Truppen Splényi’s noch am 13. October unweit der Mündung des Trotusu in den Seret. In dieser Position wurden die Kaiserlichen am 14. October von ansehnlichen feindlichen Streitkräften angegriffen, welche die Vortruppen des FML. Splényi über den Trotusu drängten. Der General stellte hierauf seine Abtheilung unweit des Ortes Adschud (Agiudu-nuou) in drei Carrés, vor denen die leichten Truppen und sechs Geschütze postirt wurden. Die Türken gingen ebenfalls in drei Abtheilungen über den Trotusu vor und griffen das mittlere Carré mit Ungestüm an, während sie gleichzeitig die beiden Flügel der Aufstellung der Kaisei-lichen zu umfassen suchten. Das Geschütz Splényi’s brachte aber die mittlere und linke Colonne des Feindes bald zum Weichen und wenige Minuten später warfen sich vier Escadx-onen Husaren auf die 3. türkische Colonne, welche, gedeckt durch dichtes Gebüsch, längs des Seret vorgerückt war, und schlug sie in die Flucht. 75 Türken blieben auf dem Platze, während die Kaiserlichen nur sechs Mann eingebüsst hatten. FML. Splenyi setzte nach diesem Gefechte seinen Marsch nach dem Ojtos-Passe fort. Er stand am 20. October bereits zu Grozesci, als er von dem in Siebenbürgen commandirenden FML. Fabris den Befehl erhielt, seine Bewegung einzustellen. Als nach dem Rückzuge des Grossveziers die Gefahr für Siebenbürgen abgewendet schien, hatte der Kaiser nämlich einen Gegenbefehl erlassen und angeordnet, dass Prinz Coburg sein Armee-Corps in der Gegend von Roman concentriren solle. Bald darauf bezogen die Truppen die Winterquartiere zwischen dem Seiet und der siebenbürgischen Grenze. In Siebenbürgen und den angrenzenden Theilen der Moldau und Walachei beschränkten sich die Kriegsereignisse auf eine Reihe von kleinen Postengefechten (die wichtigsten derselben sind bereits erwähnt worden), wie es die Bodengestaltung und die von beiden Seiten in Thätigkeit gesetzten geringen Streitkräfte bedingten. Die Vorrückung der kaiserlichen Truppen nach der kleinen Walachei war zwar beabsichtigt, stellte sich aber ohne die Mitwirkung der Nachbar-Corps im Banat und in der Moldau als unthunlich heraus, besonders da der Hospodar der Moldau, Fürst Maurogeni, bald nach Beginn des Feldzuges bei Bukarest 20.000 Mann versammelte. Trotusu.