Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1737. 261 diese ganz isolirte Colonne und schnitten ihr den Rückzug nach Croatien ab. Bei dem Versuche, sich mit den Waffen Bahn zu brechen, wurde Raunach unweit Ostrovica am 22. Juli gänzlich geschlagen und mit 8 Officieren und 600 Mann getödtet. Die Trümmer seiner Colonne retteten sich nur mit grösster Anstrengung nach Karlstadt. Der Unfall, welcher die Colonne Raunach betroffen, hatte zur Folge, dass alle übrigen Abtheilungen, mit Ausnahme jener des Banus und des Haupt-Corps, wieder über die Grenze retirirten. Indessen hatte FZM. Hildburghausen Banjaluka am 23. Juli zur Capitulation auffordern und als dieser Schritt vergeblich ge­blieben war, die Belagerung am 25. Juli beginnen lassen. Da der Prinz nur über 16.000 Mann verfügte, musste er sich darauf be­schränken , den eigentlichen Angriff auf dem linken Ufer des Vrbas zu unternehmen und das rechte durch ein Detache­ment beobachten zu lassen. Am 27. Juli eröffneten zwei Batte­rien von je 4 Geschützen und 2 Mörsern das Feuer, durch welches die Türken genöthigt wurden, am 29. die auf dem linken Fluss­ufer gelegene Vorstadt aufzugeben. Am 30. Juli wurden bereits 12 Kanonen und 10 Mörser in Thätigkeit gesetzt und ein Ausfall der Besatzung zurückgewiesen. Als gleichzeitig bestimmte Nach­richten über das Anrücken eines Entsatz-Corps einliefen, entsendete der Prinz den GFWM. Bernes mit einem kleinen Detachement gegen Travnik, während ein anderes unter GFWM. Baranyay auf das rechte Ufer des Vrbas ging und die Türken am 31. Juli aus der dortigen Vorstadt vertrieb. Am 3. August waren die Be­lagerungsarbeiten so weit vorgeschritten, dass Hildburghausen für die folgende Nacht den Sturm auf den bedeckten Weg anordnete. Gleichzeitig sollte GFWM. Baranyay einen Angriff auf das »Wasser­thor« unternehmen. Kaum waren die Dispositionen für den Sturm ertheilt worden, als GFWM. Bernes mit der Meldung zurückkehrte, dass ein 10—15.000 Mann starkes feindliches Corps in der Gegend von Gjuric, westlich von Banjaluka, in einem schwer zugänglichen Gebirgskessel lagere. Der Angriff wurde deshalb verschoben und beschlossen, den Feind in der bisherigen Aufstellung zu er­warten. Die Türken hatten indessen ihren Marsch in südlicher Rich­tung fortgesetzt, überschritten unweit Kola den Vrbas und umgingen 19* Ostrovica. Banjaluka.

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