Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Klasnice. Bjelina. hinter dem Illasko Brdo die Stellung Baranyay’s, der durch die feindliche Uebermacht am 4. August eine empfindliche Schlappe erlitt. — Obwohl der Prinz von Hildburghausen schliesslich das Feld behauptete, war die Verbindung der Garnison von Banjaluka mit dem Entsatz-Corps nicht mehr zu hindern, und da die Kaiser­lichen in den Gefechten vor diesem Platze 1000 Mann und sechs Geschütze verloren hatten, sah sich der Feldzeugmeister gezwungen, die Belagerung aufzuheben. Noch in der Nacht traten die Kaiser­lichen den Rückmarsch an, wiesen die verfolgenden Türken in dem Defilé von Klasnice blutig zurück und überschritten am 13. August bei Gradiska die Save. Der Rückzug des Haupt-Corps nöthigte den Banus, die Blokade von Buzim aufzuheben und ebenfalls über die Grenze zurückzugehen. Nach dem Abzüge der kaiserlichen Truppen hatten die Türken ihre Streitkräfte bei Banjaluka concentrirt und waren am 12. August nach Tesanj und Doboj im Bosna-Thale marschirt, durch welche Bewegung sie die Save von Brod bis Raca bedrohten und in den gefährdeten Grenzdistricten eine gewaltige Panique hervorriefen. Diese Umstände und ein Befehl des FM. Seckendorf, der die Belagerung von Zvornik anordnete, veranlassten den Prinzen, sofort gegen Brod zu marschiren, wo er am 21. August eintraf und den Major Petrowsky mit 600 Mann nach Bjelina vorschob, der den Feinden diesen Posten wieder abnahm. Noch in Brod erhielt Hild­burghausen einen Befehl des Hofkriegsrathes, der die Weisung enthielt, nach Gradiska zurück zu marschiren, dort die Save zu passiren und in dem Lager bei Machica (Masiß) eine beobachtende Stellung zu nehmen. Diese Weisung kam nur insoferne zur Ausführung, als der Prinz nach Gradiska zurückging und, da sein Corps bereits mehr als 5000 Kranke zählte, in dessen Nähe stehen blieb. Am 8. September erhielt der Feldzeugmeister eine neue Ordre Secken­dorfs, welche ihm auftrug, die Grenze entsprechend zu sichern und dann nach Sabac aufzubrechen. In Folge dieses Befehles wurden sieben Bataillone Grenzer längs der Save vertheilt, während die Confinien des Karlstädter Generalats durch das dortige bewaff­nete Landvolk besetzt wurden. Das Corps Hildburghausen’s brach am 12. und 13. September aus dem Lager bei Gradiska auf und marschirte über Brod, Djakovo und Mitrovic nach Sabac, wo es am 24. September anlangte. Am folgenden Tage ging die Infanterie

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