Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

260 Der zweite Krieg“ Kaiser Karl VI. gegen die Türken 1736—1739. Jurkovic. Dreznik. Cetin. Buzim. Navala. Minder günstig als in Serbien gestalteten sich die Operationen in Bosnien. Die vier Colonnen, in welche die unter dem Com­mando des FZM. Prinzen von Hildburghausen stehenden Truppen eingetheilt waren, konnten in Folge der unverhältnissmässig grossen räumlichen Trennung zwischen denselben den beabsichtigten Zweck nicht erreichen. Hildburghausen brach am 10. Juli aus dem Lager bei Cernik auf, konnte aber die aus den Ufern getretene Save erst am 15. bei Gradiska überschreiten und bis Sice-Kula an der Vrbaska vorriicken. Während des Marsches detachirte der Prinz den FML. Müffling mit 7 Bataillonen, 400 Husaren und 4 Ge­schützen auf der westlichen Strasse gegen eine etwa von Banjaluka vorgehende Colonne. Dieses Detachement wurde am 21. Juli im Lager bei Jurkovic überfallen und verlor seinen Commandanten und 56 Todte und Verwundete. GFWM. Goldy, der nun den Be­fehl übernahm, trieb den Feind wieder zurück und setzte hierauf unbehelligt den Marsch fort. Am 24. langte der Prinz vor Banja­luka an und trat mit dem Detachement des GFWM. Göldy wieder in Verbindung. FML. Stubenberg begann die Vorrückung erst in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli, in welcher der GFWM. Graf Herber­stein die Korana überschritt und unter leichten Gefechten bis über Biliac hinaus vorrückte. Ein zweites Detachement zog gegen Dreznik und verbrannte dessen Vorstädte, während eine dritte kaiserliche Streifpartei vor Cetin erschien und das dortige Schloss seit 21. Juli mit Feldstücken beschoss. Graf Johann Esterházy, der Banus von Croatien, passirte ebenfalls ziemlich spät die Grenze bei Glina und blokirte seit dem 25. Juli das Schloss von Buzim. Ohne Kenntniss von dem verzögerten Beginne der Operationen führte der Obrist Baunach seine Colonne, 4500 Mann und 5 Ge­schütze, genau an dem vom FM. Seckendorf hiefür bestimmten Tage am 12. Juli bei Dobroselo über die Grenze vor. Am 15. ging Raunach über die Una und begann am 18. die Beschiessung des Schlosses N avala. Inzwischen hatte der Pascha von Travnik die Bevölkerung zu den Waffen gerufen, aber Raunach, fest überzeugt von der Cooperation des FML. Stubenberg und des Banus Ester­házy, setzte die Beschiessung von Navala ununterbrochen fort. Die Türken, welche 5000 Mann gesammelt hatten, wandten sich gegen

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