Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1737. 259 Wurmbrand dienen sollten. Die Uneinigkeit indessen, welche unter den Befehlshabern herrschte, gab schon vor Beginn der Feindseligkeiten ebenso begründeten Anlass zu Besorgnissen, wie die Unsicherheit und das Schwanken bei der Feststellung des Feld­zugsplanes. Nach langen Berathungen nahm der Hofkriegsrath den Vorschlag des FM. Seckendorf, welcher mit der Armee auf der Linie Pozarevac-Majdanpek-Vidin operiren wollte, an, und wies — diesem Plane gemäss — die Truppen an, gegen Belgrad aufzu­brechen. Als Seckendorf am 11. Juni in Belgrad eintraf, befanden sich die meisten Regimenter noch auf dem Marsche, welcher aber, da Hochwasser eintrat, bald wieder unterbrochen werden musste. Dieser Umstand bewog den Feldmarschall mit einem neuen Plane hervor­zutreten, welchem das spätere Misslingen des ganzen Feldzuges zum grossen Theile zugeschrieben werden muss. Anstatt gegen Vidin, sollte der Angriff gegen Nisch unternommen, die Ueber- schreitung der Grenze bis zum 12. Juli verschoben, an diesem Tage aber die Vorrückung nicht allein von der Haupt-Armee, sondern auch in Croatien, Bosnien und in der kleinen Walachei ins Werk gesetzt werden. Die Armee brach am 13. und 14. Juli in der Richtung gegen Paracin auf und am Abende des letzteren Tages wurde die Kriegs­erklärung dem Pascha von Nisch übergeben, während an anderen Puncten des Kriegstheaters die Feindseligkeiten thatsächlich schon begonnen hatten. So hatte der Obristlieutenant Valvasor, unter­stützt von einem Theile der Truppen des GFWM. O’Mulrian, am 12. Juli die Schanze bei Lesnica angegriffen und die türkische Besatzung daraus vertrieben. Obwohl die Vorrückung der Haupt-Armee den Truppen die grössten Anstrengungen auferlegte, lagerte FM. Philippi am 23. Juli bereits bei Toponica zwei Stunden von Nisch und rückte noch am Abende desselben Tages unmittelbar vor die Festung, die er sofort zur Capitulation auffordern Hess. Diese kam thatsächlich nach wenigen Stunden zustande und am 28. Juli empfing der Herzog von Lothringen, welcher als Freiwilliger beim Heere weilte, die Schlüssel des Platzes, in dem 144 Geschütze nebst der ent­sprechenden Munition vorgefunden wurden. Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. ^9 Lesnica. Nisch.

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